Schatten der Engel

Schatten der Engel (1976)

Die schöne, distanzierte, lakonische, schwindsüchtige Lily Brest ist eine Straßenhure mit wenigen Kunden. Sie liebt ihren faulen Freund Raoul, der das wenige, was sie verdient, verspielt. Der Strippenzieher der Stadt, der reiche Jude, entdeckt, daß sie eine gute Zuhörerin ist, und so hat sie bald viel zu tun. Raoul stellt sich groteske Sexszenen zwischen Lily und dem Juden vor; er verlässt sie für einen Mann. Ihre Eltern, ein verbitterter Faschist, der als Kabarettsänger in Frauenkleidern auftritt, und ihre an den Rollstuhl gefesselte Mutter, bieten ihr keinen Zufluchtsort. Obwohl alle eine philosophische Neigung haben, lehnen die anderen Huren Lily ab, weil sie jeden toleriert, auch Männer. Sie hat ihr einsames Leben satt und sucht nach einem Ausweg. Selbst diese Tat dient den korrupten Mächten vor Ort.

Erscheinungsdatum
1976-09-03
TMDB
4.4 / 10 (9)
Laufzeit
1 Std. 41 Min.
Genres
Drama
Regie
Daniel Schmid

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Der Müll, die Stadt und der Tod

Schatten der Engel ist eine 1975 von dem Schweizer Regisseur Daniel Schmid umgesetzte und vom Schweizer Kameramann Renato Berta in einer stilistischen Bildsprache gehaltene Filmadaption des von Rainer Werner Fassbinder verfassten, viel und kontrovers diskutierten Theaterstücks Der Müll, die Stadt und der Tod. Dessen Aufführung löste Mitte der 1980er Jahre am Aufführungsort Frankfurt am Main wegen unterstellter antisemitischer Tendenzen einen Skandal aus.

Produktionsnotizen

Schatten der Engel entstand von Oktober bis November 1975 in Wien und wurde im Rahmen der Solothurner Filmtage am 31. Januar 1976 uraufgeführt. Die deutsche Premiere war am 7. Mai 1976 in Hanau im Wilhelmsbader Comoedienhaus, der Kinostart erfolgte am 3. September 1976.

Christian Hohoff übernahm die Produktionsleitung, Raúl Gimenez kümmerte sich um die Ausstattung. Gunther Kortwich war für den Ton zuständig.

Schatten der Engel stand im Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1976.

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