Whity

Whity (1971)

Die junge Kate Nicholson giert nach Geld und Sex. Sie hofft auf ein frühes Ableben ihres Mannes Ben. Dessen Söhne aus erster Ehe sind schwachsinnig. Der dunkelhäutige Butler Whity dient der Familie als Lustobjekt und Prügelknabe.

Erscheinungsdatum
1971-06-02
TMDB
5.4 / 10 (24)
Laufzeit
1 Std. 32 Min.
Genres
Western, Drama
Regie
Rainer Werner Fassbinder

Besetzung

Wissenswertes

  • Gedreht in: Provinz Almería und Cortijo Romero

Whity ist ein deutscher Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder aus dem Jahr 1971. In diesem Melodram in der Form eines Westerns verarbeitet Fassbinder einige seiner bevorzugten Themen wie dysfunktionale Familienverhältnisse und die Rolle des Einzelgängers in der Gesellschaft. Whity fand nach seiner Uraufführung bei der Berlinale 1971 weder einen Kinoverleih noch wurde er im Fernsehen ausgestrahlt. Der Film blieb daher für lange Zeit eines der weniger bekannten Werke Fassbinders.

Produktion

Spaich bezeichnet die Produktion von Whity als eine „traumatische Veranstaltung“. Die Bedingungen eines fremden Drehorts und die ungewohnte Zusammenarbeit mit ausländischen Kollegen machten Fassbinder zu schaffen. Hinzu kam das komplizierte Beziehungsgeflecht der Antiteater-Truppe, amouröse Verstrickungen im Team und die autoritäre Rolle Fassbinders im zutiefst antiautoritär geprägten Umfeld seiner festen Schauspieler und Mitarbeiter.

Fassbinder begann, exzessiv dem Cuba Libre zuzusprechen, um dem Druck der 16- bis 18-stündigen Drehtage standzuhalten. Die Schauspieler litten unter seinen Launen; so ließ er Harry Baers Haare für die Rolle wasserstoffblond einfärben und verordnete Hanna Schygulla ein möglichst „nuttiges“ Kostüm. Das Ehepaar Lommel/Schaake musste eine Szene, in der sie ihn heftig und andauernd ohrfeigt, so oft wiederholen, bis Lommel in Tränen ausbrach.

Ab diesem Zeitpunkt war das Verhältnis zwischen Berling und Fassbinder von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Sie kommunizierten nur noch über Baer. Baer und Berling gingen in organisatorischen Dingen eine Allianz mit Ballhaus ein, der ebenfalls anfangs von Fassbinder geschnitten wurde, bis der Regisseur von der schnellen und professionellen Arbeit des Kameramanns nach Sichtung der ersten Muster überzeugt war.

Unterdessen ging der Produktion das Geld aus. Die Kosten waren auf mehr als 600.000 DM angestiegen. Lommel schaffte es zwar, sich telefonisch 40.000 DM bei einem Münchner Gastronomen zu leihen, doch die Finanzierungslücke war so groß, dass Lommel dazu überging, alle anstehenden Rechnungen nur noch mit Kreditkarte zu begleichen.

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