Münchhausen

Münchhausen (1943)

Seltsam ist die verblüffende Ähnlichkeit des Barons von Münchhausen mit seinem Urahn, dessen Antlitz von einem 200 Jahre alten Ölgemälde herunterlächelt. Als Münchhausen eines seiner berühmten Feste feiert, gesteht ihm die blutjunge, romantisch veranlagte Sophie von Riedesel ihre Liebe. Diese Offenbarung nimmt Münchhausen zum Anlass, am nächsten Tag eine wunderliche, absurde, abenteuerliche und überaus spannende Lebensbeichte abzulegen. Es ist sowohl seine Geschichte als auch die des Mannes, der da von dem Gemälde herunterlächelt. Während Münchhausens Erzählfluss vermischen sich Vergangenheit und Gegenwart, Illusion und Realität zu einem rauschhaften Erlebnis. Da ist kaum eine Persönlichkeit, die Münchhausen nicht kennen gelernt, kein Abenteuer, das er nicht durchlebt hätte. Ob er nun die russische Kaiserin Katharina verführt, Potemkin im Zweikampf besiegt oder gegen die Türken ins Feld zieht - Münchhausens Leben gleicht einem einzigen großen Ritt auf der Kanonenkugel.

Erscheinungsdatum
1943-03-05
TMDB
6.5 / 10 (57)
Laufzeit
1 Std. 50 Min.
Genres
Fantasy, Komödie
Regie
Josef von Báky

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Des Freyherrn von Münchhausen Wunderbare Reisen und Des Freiherrn von Münchhausen wunderbare Reisen und Abenteuer zu Wasser und zu Lande

Münchhausen ist ein deutscher Film des Regisseurs Josef von Báky aus dem Jahre 1943, der dem Genre des phantastischen Films zugerechnet werden kann. Die Hauptrolle in diesem dritten abendfüllenden deutschen Farbfilm ist mit Hans Albers besetzt; das Drehbuch stammt von Erich Kästner.

Hintergrund und Besonderheiten

Der mit großem Aufwand, Starbesetzung und in der noch neuen Agfacolor-Technik produzierte Farbfilm wurde von dem Reichspropagandaminister Joseph Goebbels selbst aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Ufa-Filmstudios in Auftrag gegeben. Die Dreharbeiten begannen am 13. April 1942 mit Atelier- und Geländeaufnahmen in den Babelsberger Studios in Potsdam.

Verfasser des Drehbuchs des von Eberhard Schmidt produzierten Films war der Schriftsteller Erich Kästner. Kästner – obwohl eigentlich mit Berufsverbot belegt – schrieb das Drehbuch im Auftrag des Reichsfilmintendanten Fritz Hippler und mit einer Sondergenehmigung von Joseph Goebbels. Beide waren der Ansicht, Kästner sei ungeachtet seiner Verfemung durch das Regime der geeignetste Autor.

Es findet sich keine negative Darstellung Russlands, mit dem sich das Dritte Reich damals im Krieg befand. Historisch korrekt ist allerdings, dass das Land während der im Film geschilderten Epoche von einer gebürtigen Deutschen regiert wird, nämlich von Kaiserin Katharina der Großen, geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst.

Zugleich sind in der Person des italienischen Hochstaplers und Zauberers Graf Cagliostro, der im Gegensatz zum idealistischen und abenteuerlustig-urwüchsigen Münchhausen die Prinzipien von Macht, Eroberungssucht („Polen“) und Gerissenheit verkörpert und sich allerlei Schliche zur Durchsetzung seiner Pläne bedient, unterschwellig antisemitische Stereotype erkennbar; dies umso mehr, als die Rolle des Grafen mit Ferdinand Marian besetzt wurde, desse…

Überraschend für die Entstehungszeit und -umstände sind, zumindest im Vergleich mit Hollywood, wo damals der rigide Hays Code herrschte, zahlreiche sexuelle Anspielungen und mehrere Szenen, die Frauen mit nacktem Oberkörper zeigen. Dies war jedoch in deutschen Filmen der damaligen Zeit nicht ungewöhnlich; z. B. findet sich auch im Film Der Postmeister (1940) eine Einstellung mit einer barbusigen Frau.

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