Der rote Halbmond

Der rote Halbmond (1919)

Az aranyember

Donau-Kapitän Michael Timar (Oscar Beregi Sen.) gerät an das Vermögen eines verstorbenen Paschas und heiratet dessen Tochter Kondja (Margit Makay). Die Ehe verläuft unglücklich, Timar lässt sich heimlich mit der jungen Noemi ein… Der Mix aus Donau-Krimi und Melodram ist das einzig erhaltene Frühwerk von Filmpionier Alexander Korda, später einer der wichtigsten Regisseure und Produzenten der britischen Filmindustrie. Arte zeigt das Werk mit neuer Filmmusik von Michael Riessler.

Erscheinungsdatum
1919-01-19
TMDB
5.6 / 10 (7)
Laufzeit
1 Std. 23 Min.
Genres
Abenteuer
Regie
Alexander Korda

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Ein Goldmensch

Der rote Halbmond ist der deutsche Titel des stummen ungarischen Abenteuerfilms Az aranyember, den Alexander Korda 1918 für die Produktionsfirma Corvin drehte. Das Manuskript schrieb Ladislaus Vajda nach dem gleichnamigen Roman von Moritz Jókai aus dem Jahr 1872.

Hintergrund

Alexander „Sándor“ Korda war neben Alexander „Sascha“ Graf Kolowrat-Krakowski einer der Pioniere der ungarisch-österreichischen Filmindustrie. Er brachte es bis zu einem der bedeutendsten Regisseure und Produzenten des britischen Films. Für seine Verdienste wurde er 1942 als erste Persönlichkeit der Filmwelt vom britischen Königshaus zum Ritter geschlagen.

Korda legte zeitlebens viel Wert auf Literaturverfilmungen. Von dem in Ungarn populären Schriftsteller Mór Jókai sollten drei Romane verfilmt werden, doch nur zwei gelangten zur Ausführung, von welchen Az aranyember der erste war. Insgesamt 25 Korda-Produktionen entstanden zwischen 1914 und 1919; lediglich eine, Az aranyember, ist davon erhalten geblieben.

Die Photographie lag in den Händen von Gustáv Mihály Kovács. Die Filmbauten erstellte László Márkus. Gyula Szöreghy war Regieassistent und spielte den türkischen Pascha Ali Csorbadzsi. Die Produktion der Corvin-Film wurde auch in Österreich (hier unter dem Titel „Der Goldmensch“), Bulgarien (hier als Златният човек) und Frankreich gezeigt.

Ursprünglich bestand Az aranyember, „ein véritabler Sensations-Film mit Verfolgungsjagden und gefährlichen Verbrechern“, aus drei Teilen mit zusammen 6000 Metern Länge, die rund vier Stunden liefen. Der erste Teil wurde am 20. Jänner, der zweite am 27. Jänner und der dritte am 3. Februar 1919 in den beiden Lichtspielhäusern „Mozgókép Otthon“ und „Uránia“ in Budapest uraufgeführt.

Erhalten hat sich jedoch nur die gekürzte deutsche Fassung mit dem Titel Der rote Halbmond und rund 80 Minuten Spieldauer. Sie ist viragiert, offenbart Gusztav Mihaly Kovacs’„ausgezeichnete Kameraarbeit, ein atmosphärisches Licht und starke Charakterzeichnung“ durch die Darsteller. Entstanden an der Donau, ist sie mit ihren malerischen Landschaftsaufnahmen auch ein kulturhistorisches Dokument des Flusses vor 100 Jahren.

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