Der blaue Express (1929)
Голубой экспресс
1920: In einem von China in die Sowjetunion fahrenden Expresszug herrscht die übliche Aufteilung in drei Klassen: In der ersten Klasse reisen Diplomaten, Unternehmer und der vom Militär begleitete britische Gesandte. In der zweiten Klasse sind Bürger, Gelehrte und Handelsvertreter. In der dritten Klasse befinden sich die einfachen Arbeiter. Zwei westeuropäische Männer haben es auf ein Mädchen der untersten Klasse abgesehen, das in einer Rauferei schließlich zu Tode kommt. Chinesische Tagelöhner erheben sich gegen korrupte Generäle, Ausbeuter und Waffenschieber. Die Revolution bricht aus.
- Erscheinungsdatum
- 1929-12-05
- TMDB
- 4.0 / 10 (6)
- Laufzeit
- 1 Std. 1 Min.
- Genres
- Drama
- Regie
- Илья Трауберг
Besetzung
Wissenswertes
Der blaue Express ist ein sowjetischer Stummfilm, den der Regisseur Ilja Trauberg im Jahr 1929 für die staatliche Produktionsfirma Sowkino gedreht hat. Das Drehbuch schrieben Regisseur Ilja Trauberg und Leonid Ijerichonow nach einer Geschichte von Sergei Tretjakow. Die Kameraarbeit übernahm Boris Chrennikow. Die Filmarchitekten waren Boris Dubrowski-Eschke und Moissei Lewin.
Hintergrund
In der Sowjetunion wurde der Film am 20. Dezember 1929 in Moskau uraufgeführt. In den USA lief er unter dem Titel China Express am 8. März 1930 mit englischen Zwischentiteln von Michael Gold in New York City, New York an. In Deutschland startete der Film am 20. Oktober 1930 in Berlin als Der Blaue Expreß. In Frankreich lief der Film unter Le train mongol.
Der Film wurde in Deutschland von der Prometheus Film-Verleih und Vertriebs GmbH verliehen. Die deutsche Verleihfassung übernahm Piel Jutzi. Sie lag am 27. August 1930 der Filmprüfstelle Berlin unter der Prüf-Nummer 26665 in einer Länge von 1.583 m vor und wurde für „nicht jugendfrei“ erklärt. Bei einem zweiten Prüftermin am 22. April 1933 wurde der Film von der Film-Oberprüfstelle Berlin unter der Prüf-Nr.
In Österreich wurden von dem Film nach 1930 zum mobilen Einsatz bei der Arbeiterbildung 16-mm-Schmalfilmkopien gezogen und archiviert.
Der avantgardistische deutsche Komponist Edmund Meisel, der bereits 1925 zu Sergei M. Eisensteins Bronenossez Potjomkin eine vielbeachtete Musik komponiert hatte, schrieb noch kurz vor seinem Tode für Goluboi ekspress 1930 eine eigene Begleitmusik, welche die Wirkung der Bilder beträchtlich steigerte.
Ilja Trauberg (1905–1948), gebürtig aus Odessa, war der Bruder von Leonid Trauberg, Eisensteins Regieassistent beim Film Oktober (1928) und zuletzt Vorstandsmitglied der DEFA. Sergei Tretjakow (1892–1937) stand als Theoretiker und Praktiker im aktiven Austausch mit Sergei M. Eisenstein, Wladimir Majakowski, Bertolt Brecht und weiteren Exponenten der avantgardistischen Kunst der 1920er und 1930er Jahre.
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