Der Trinker

Der Trinker (1995)

Landwirtschaftsgrossist Erwin ist kinderlos verheiratet mit Magda und führt das Familienunternehmen durchaus erfolgreich. Doch dann gibt es erste geschäftliche Rückschläge und Erwin beginnt, sich mit Alkohol zu trösten. Zunächst trinkt er heimlich, dann feiert er Sektorgien mit der Kellnerin des Dorfgasthauses. Die Versuche seiner Frau, ihn unter ärztliche Aufsicht zu stellen, misslingen. Der unaufhaltsame Abstieg beginnt.

Erscheinungsdatum
1995-12-06
TMDB
7.3 / 10 (5)
Laufzeit
1 Std. 39 Min.
Genres
Drama, TV-Film
Regie
Tom Toelle

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Der Trinker

Der Trinker ist eine deutsch-österreichische Literaturverfilmung von 1995 unter der Regie von Tom Toelle. Das von Ulrich Plenzdorf verfasste Drehbuch beruht auf Hans Falladas autobiografisch geprägtem Roman Der Trinker. Harald Juhnke, der die Hauptrolle in dem Fernsehfilm übernahm, soll mit dieser Rolle auch seine eigene Alkoholerkrankung verarbeitet haben.

Produktion und Hintergrund

Falladas Roman Der Trinker ist in der Ich-Form erzählt, was ihm eine zusätzliche Tiefe gibt. Das Buch endet – anders als der Film – damit, dass Erwin Sommer entmündigt und für unzurechnungsfähig erklärt wird. Er wird in eine geschlossene Heil- und Pflegeanstalt eingewiesen. Da er sich in der Anstalt ziemlich frei bewegen darf, nimmt er den Tuberkulosekranken heimlich ihre kleinen Flaschen ab, in die sie ihren Auswurf spucken, und trinkt sie aus.

Hauptdarsteller Harald Juhnke bekannte in seinem Buch Meine sieben Leben (1998): „Kein Produzent hatte mir das Projekt nahegelegt, kein Regisseur mich mit einem Drehbuch gelockt. Ich wollte den «Trinker» auf dem Bildschirm sehen, ich lange ganz allein.“ So sehr habe er sich mit Falladas Selbstbild, einem „Kater mit seinen sieben Leben“, identifiziert.

Zunächst erhielt Juhnke Absagen, auch von dem bewährten Fallada-Regisseur Herbert Ballmann. Als Produzent Harald Müller von sich aus Juhnke Rollenangebote machen wollte, nutzte dieser die Gelegenheit und bestand auf der Verfilmung des Trinkers durch den WDR mit ihm selbst in der Hauptrolle. Der WDR war dazu bereit, bestimmte Tom Toelle als Regisseur und legte zweieinhalb Millionen für dreißig Drehtage fest.

Doch Juhnkes Basler Therapeut, der seine Sucht besser als jeder andere kannte, riet ihm dringend davon ab, da das ständige Trinken von Mineralwasser bei den Dreharbeiten ihn dazu verleiten könnte, echten Alkohol zu konsumieren. Tatsächlich wollte Juhnke trotz Müllers Protest nun von der Rolle zurücktreten. Da starb unerwartet der Therapeut, und damit gab es für Juhnke kein Hindernis mehr, den Trinker doch zu spielen.

Ulrich Plenzdorf hat den 1944/45 im Gefängnis entstandenen autobiografischen Roman Der Trinker von Hans Fallada (1893–1947) für eine Verfilmung durch Tom Toelle adaptiert und die Handlung dabei aus der Entstehungszeit in die Zeit der Wende verlegt.

Auf Wikipedia weiterlesen · Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0. Daten aus Wikidata.

Empfohlen