Der Prozeß

Der Prozeß (1948)

In einem ungarischen Dorf verschwindet ein junges Mädchen, die Magd Esther. Gerüchte verdächtigen die ortsansässigen Juden des Ritualmordes. Der Baron Odony setzt einen übereifrigen Untersuchungsrichter ein, der durch brutale Verhörmethoden ein "Geständnis" des Tempeldieners Moritz erzwingt. Daraufhin wird die Synagoge niedergebrannt, und obwohl mittlerweile die Leiche des Mädchens aufgetaucht ist, das Selbstmord begangen hat, werden die jüdischen Gemeindemitglieder verhaftet und vor Gericht gestellt. Der Rechtsanwalt Eötvös kann jedoch antisemitische Interessen sowie Beeinflussung von Zeugen nachweisen und den Freispruch der Angeklagten erwirken.

Erscheinungsdatum
1948-03-05
TMDB
6.8 / 10 (8)
Laufzeit
1 Std. 48 Min.
Genres
Drama
Regie
G.W. Pabst

Besetzung

Wissenswertes

Der Prozeß ist ein 1947 entstandener österreichischer Spielfilm von G. W. Pabst mit Ernst Deutsch und Ewald Balser in den Hauptrollen.

Produktionsnotizen

Der Film beruht auf der literarischen Vorlage Prozeß auf Leben und Tod von Rudolf Brunngraber. Er entstand in den Rosenhügel-Filmstudios in Wien mit Außenaufnahmen auf dessen Freigelände.

Der Prozeß erlebte seine Welturaufführung am 5. März 1948 in Zürich (Scala). Wenige Stunden nach der erfolgreichen österreichischen Erstaufführung am 19. März 1948 in Wien starb Gustav Diessl unter tragischen Umständen an einem Schlaganfall: Er „fällt im Film, als einziger, durch die Kugel, wenige Stunden später holt ihn der Tod aus der offenen Szene“.

Produzent J. A. Hübler-Kahla, der den Film mit der eigenen Firma herstellte, war im Dritten Reich aufgrund seiner „halbjüdischen“ Herkunft selbst Opfer des staatlichen Antisemitismus geworden und durfte seit 1936 nicht mehr im Filmgeschäft arbeiten.

Für Ernst Deutsch bedeutete Der Prozeß die erste Filmrolle nach seiner Heimkehr aus dem US-amerikanischen Exil nach Europa. Für Gustav Diessl war Der Prozeß der letzte Film. Der Schauspieler, der seit den 20er Jahren in zahlreichen Pabst-Inszenierungen Hauptrollen übernommen hatte und den mit Pabst seit beider Schauspieldebüt 1921 in dem österreichischen Film Im Banne der Kralle eine lebenslange Freundschaft verband, starb einen Tag nach der öste…

Josef Meinrad wurde hier in seiner dritten Filmrolle ganz gegen seinen gängigen Filmtypus besetzt. Er spielte mit dem Untersuchungsrichter einen juristischen Scharfmacher.

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