Das 1. Evangelium – Matthäus

Das 1. Evangelium – Matthäus (1965)

Il vangelo secondo Matteo

Um die Zeitenwende wird in Palästina dem Juden Joseph im Traum eine Botschaft vermittelt: Seine Partnerin Maria wird, von Gott bewirkt, den Erlöser Jesus gebären. Als das eintritt, muss das Kind vor König Herodes gerettet werden, der einen prophezeiten jüdischen Herrscher fürchtet. Erwachsen geworden sucht Jesus den Endzeit-Prediger Johannes auf, der ihn neben anderen im Fluss Jordan tauft. Nach einem Rückzug in die Wüste tritt er dann mit Schülern als Heiler und Verkünder der Gottesherrschaft auf.

Erscheinungsdatum
1965-03-03
TMDB
7.4 / 10 (428)
Laufzeit
2 Std. 11 Min.
Genres
Drama
Regie
Pier Paolo Pasolini

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Matthäus
  • Gedreht in: Basilikata, Catania, Crotone und Apulien
  • Auszeichnungen: 1 · Nominierungen: 3. Darunter: Großer Preis der Jury

Das 1. Evangelium – Matthäus ist ein Spielfilm des italienischen Regisseurs Pier Paolo Pasolini aus dem Jahr 1964.

Hintergrund

In dem in Schwarzweiß gedrehten Film zeichnet Pasolini das Leben Jesu von Nazaret, wortgetreu auf der Grundlage des Matthäus-Evangeliums der Bibel nach. Er stellt Jesus, anders als dies in zahlreichen zeitgenössischen vergleichbaren Werken geschah, als realistische und menschliche Figur dar.

Pasolinis Interpretation des Charakters Jesu Christi passt sich ein in seinen sozialkritischen Stil und seine Vorliebe für unbequeme Menschen abseits des Establishments. In einer Notiz schrieb Pasolini: „Nichts scheint mir gegensätzlicher zur modernen Welt als jene Christusfigur: sanft im Herzen, aber nie im Denken.“

Pasolini legte seinem Drehbuch das Evangelium nach Matthäus zu Grunde und verwendete ausschließlich dort überlieferte wörtliche Zitate. Er verzichtete fast vollständig auf professionelle Darsteller; die Mitwirkenden waren Laien oder – wie Renato Terra – Schauspieler am Anfang ihrer Karriere. Pasolinis Mutter Susanna spielte die Gottesmutter, der Philosoph und damalige Student Giorgio Agamben den Apostel Philippus.

Die Filmmusik wirkt expressionistisch. Es wird ein für die damalige Zeit (1964) ungewöhnlicher Mix verschiedener Stile präsentiert, der heute in Großproduktionen üblich ist. Sie überspielt jedoch nicht Lücken in der Handlungsdramaturgie, sondern unterstützt die langen Einstellungen und die sparsame Mimik der Laiendarsteller.

Große Teile des Films wurden in und um Matera gedreht. Pasolini hatte dort Komparsen gefunden, in deren Gesichtern genauso wie im Schauplatz noch jene „prä-industriellen“ Züge zu finden waren, nach denen er lange gesucht hatte.

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