Klassenleben (2006)
Wir können auch anders!
Seit einiger Zeit gibt es in Deutschland Schulen, deren Ziel es ist, kein Kind auszusondern. Jeder soll mit seinen kleinen oder großen Handicaps, Vorzügen oder Schwächen integriert werden, ob hoch begabt oder schwer behindert. Klassenleben erzählt von einer solchen Schule, ihren Lehrern, ihren Kindern und der ungeheuren Herausforderung des Lernens. Von Winter bis Sommer 2004 begleitete Hubertus Siegert mit seinem Filmteam die Klasse 5d der Berliner Fläming-Grundschule. Auf Augenhöhe mit seinen Protagonisten beobachtet der Film das Lernen und Leben von Schülern extrem unterschiedlicher Fähigkeiten in einer Klasse mit 20 Kindern, davon vier lernbehindert bis schwerst-mehrfach behindert, und 16 "normale Schüler", unter ihnen einige sogenannte Hochbegabte. Gelingt der Unterricht in einer derartig heterogenen Gruppe? Sind alle zum Lernen motiviert, wo der Wettstreit nicht unter "Geichen" stattfindet?
- Erscheinungsdatum
- 2006-05-25
- TMDB
- 8.0 / 10 (1)
- Laufzeit
- 1 Std. 26 Min.
- Genres
- Dokumentarfilm
- Regie
- Hubertus Siegert
Besetzung
- Gudrun Haase — Klassenlehrerin
- Birgit Hartmannn — Pädagogische Mitarbeiterinnen
- Ingeborg Nebl-Koller — Pädagogische Mitarbeiterinnen
- Fred Ziebarth — Sonderpädagogischer Koordinator
- Michael Kollwig — Mathematiklehrer
- Bernd Müller — Sportlehrer
- William Gordon — Hausmeister
Wissenswertes
Klassenleben ist ein Dokumentarfilm aus dem Jahre 2005 über die Klasse 5d einer Berliner Grundschule, die seit dreißig Jahren behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam unterrichtet – von hochbegabt bis schwerbehindert. Diese „Schule für alle“ wurde zum Vorbild für Integrationsschulen in Berlin und in anderen Bundesländern. Siegert hat ein halbes Jahr den außergewöhnlichen Schulalltag beobachtet und zeigt, wie das Lernen in einer Schule für alle aussieht.
Hintergrund
Die Fläming-Grundschule verfolgt ein reformpädagogisches Konzept. In dessen Mittelpunkt steht die Frage, wie eine Schule gestaltet sein muss, damit sie für jeden Schüler eine passende Lernumgebung darstellt: egal, ob es sich um Kinder mit oder ohne Behinderung handelt, ob sie aus der Oberschicht oder sozial benachteiligten Familien stammen.
Siegerts Film wurde vor dem Hintergrund des sogenannten „PISA-Schocks“ diskutiert. Im Großen und Ganzen bestätigt Klassenleben eine schulpädagogische Position, die auf eine professionelle und entwickelte Inklusion in Kombination mit individueller Förderung und psychologischer Betreuung setzt anstatt auf Aussonderung und Elitenbildung.
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