Baal (1970)
1969: Baal Lyriker und Anarchist, hat ein ambivalentes Verhältnis zur bürgerlichen Gesellschaft. Mal versucht sie, ihn zu vereinnahmen, dann stößt sie ihn wieder weg. Der Dichter führt ein unstetiges Leben: Wenn er nicht in seiner Dachkammer ist, streunt er umher. Sein Weg führt in durch Wälder und auf Autobahnen – und immer wieder zur Flasche. Er schläft mit vielen Menschen beider Geschlechter und schwängert eine junge Schauspielerin, doch bei ihr bleiben kann er nicht. Sie ist ihm eine Last, sein inneres Tier fühlt sich in einen Käfig gesperrt – ein Tier, das ihn zum Mord an einem Freund treibt. Aber ist wirklich er es, der sich asozial verhält? Oder doch die Gesellschaft? Adaption eines Bühnenstücks von Bertolt Brecht.
- Erscheinungsdatum
- 1970-01-07
- TMDB
- 5.5 / 10 (21)
- Laufzeit
- 1 Std. 27 Min.
- Genres
- Drama
- Regie
- Volker Schlöndorff
Besetzung
- Rainer Werner Fassbinder — Baal
- Sigi Graue — Ekart
- Margarethe von Trotta — Sophie
- Günther Neutze — Nech
- Hanna Schygulla — Luise
- Marian Seidowsky — Johannes
- Irmgard Paulis — Johanna
- Wilmut Borell — Mjurk
- Christine Schuberth — Stripperin Sabitka
- Walter Sedlmayr — Anwalt Pschierer
- Günther Kaufmann — Kutscher Orgauer
- Miriam Spoerri — Emilie Mech
Wissenswertes
- Basiert auf: Baal
Baal ist eine Fernsehverfilmung des Theaterstücks Baal von Bertolt Brecht durch den deutschen Regisseur Volker Schlöndorff. Der Film wurde 1969 gedreht und erstmals am 7. Januar 1970 im Hessischen Fernsehen gesendet sowie noch einmal am 21. April 1970 im Ersten Programm. Am 20. März 2014 wurde der Film auf DVD und Blu-Ray veröffentlicht.
Hintergrund
Baal war die erste Produktion der Münchener Hallelujah-Film GmbH, die 1969 von Volker Schlöndorff und Peter Fleischmann gegründet wurde und bis 1995 bestand. Die Baal-Verfilmung ist der vierte Film von Volker Schlöndorff. Gemäß seiner Webseite hat Schlöndorff „die Fernsehproduktion des Baal als einen Versuch angelegt, zwischen der Kategorie Film und der Kategorie Fernsehspiel eine Darstellungsform zu finden, die den Möglichkeiten des Mediums Fern…
Volker Schlöndorff war vor der Baal-Verfilmung mit 30 Jahren schon ein anerkannter Regisseur. Er steckte jedoch in einer Krise, einem "tiefen Loch", wie er im Interview 2013 sagt. Nachdem seine US-Produktion Michael Kohlhaas – der Rebell gescheitert war, wollte er "von vorne anfangen". Bertolt Brecht war Schlöndorffs Idol; er hatte vor dem Mauerbau 1961 häufig im Berliner Ensemble Brecht-Stücke gesehen und gelesen.
Die Fernsehproduktion Baal wurde dann Schlöndorffs erste Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur und Darsteller Rainer Werner Fassbinder, den er als Hauptdarsteller engagierte. Acht Jahre später, 1978, arbeiteten Fassbinder und Schlöndorff als Regisseure zusammen und drehten mit anderen Filmemachern Deutschland im Herbst.
Drei Schauspieler in Baal gehörten dem Münchener antiteater an (Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, Rudolf Waldemar Brem), das sich im Jahr 1968 auf Initiative von Fassbinder und Peer Raben als Nachfolgerin des Action-Theaters gegründet hatte und als Gegenmodell zum Staatstheater gedacht war.
Für Volker Schlöndorff ist die Baal-Verfilmung die erste Zusammenarbeit mit Hanna Schygulla. Sie spielte im selben Jahr auch in Fassbinders ersten vier Spielfilmen Liebe ist kälter als der Tod, Katzelmacher, Götter der Pest und Warum läuft Herr R. Amok? Hauptrollen. Mit Schlöndorff arbeitete sie 1980 erneut zusammen für die Verfilmung des Romans von Nicolas Born mit dem Titel Die Fälschung.
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