Morgenrot (1933)
Pflichterfüllung ist für den U-Boot-Kommandanten Liers die höchste Tugend. Nun werden er und seine beiden alten Kameraden, Funker Jaul und Oberleutnant Fredericks, wieder einmal einberufen, um in ihrem Boot der mächtigen englischen Flotte entgegenzutreten. Zunächst verlaufen die gefährlichen U-Boot-Einsätze erfolgreich: Ein britischer Kreuzer nach dem anderen wird versenkt. Aber die Erfolge machen Liers übermütig, und so greift er eines Tages einen Kreuzer an, der von Zerstörern flankiert wird. Das U-Boot kann nach dem Angriff zwar schnell genug abtauchen, wird aber wenig später in eine Falle gelockt. Schwer beschädigt sinkt das Boot, die zehn Überlebenden finden in einem kleinen Raum Zuflucht. Jetzt stehen die Männer vor einer schweren Entscheidung: Es gibt nur acht Tauchretter, also müssten zwei Männer zurückbleiben und dem Tod ins Auge sehen. Wer soll leben, wer muss sterben?
- Erscheinungsdatum
- 1933-02-02
- TMDB
- 5.8 / 10 (12)
- Laufzeit
- 1 Std. 15 Min.
- Genres
- Kriegsfilm, Drama
- Regie
- Gustav Ucicky
Besetzung
- Rudolf Forster — Kapitanleutnant Helmut Liers
- Fritz Genschow — Oberleutnant 'Phipps' Fredericks
- Paul Westermeier — Bordfunker Jaul
- Camilla Spira — Grete Jaul
- Gerhard Bienert — Steuermann Böhm
- Adele Sandrock — Mutter Liers
- Hans Leibelt — Bürgermeister von Meerskirchen
- Eduard von Winterstein — Hauptmann Kolch
- Franz Nicklisch — Petermann
- Friedrich Gnaß — Juraczik
- Else Knott — Helga
- Frank Perfitt
Wissenswertes
Morgenrot ist ein deutsches patriotisches U-Boot-Drama von Gustav Ucicky aus dem Jahr 1933, das am 31. Januar 1933 in der Schauburg in Essen uraufgeführt wurde, kurz nach der Machtergreifung Hitlers. Edgar Freiherr von Spiegels Kriegstagebuch U 202 bildet die Vorlage für das von Gerhard Menzel verfasste Drehbuch.
Produktionsnotizen und Hintergrund
Die Dreharbeiten zum Film fanden in den Monaten Oktober und November 1932 in Kiel und Umgebung sowie in der Ostsee bei Helsingfors auf einem finnischen U-Boot statt. Weitere Aufnahmen entstanden im Atelier der UFA in Neubabelsberg. Produktionsfirma war die Universum-Film AG (UFA) in Berlin. Die Produktionsleitung hatte Günther Stapenhorst inne, die Aufnahmeleitung lag bei Erich von Neusser.
Der Film hat eine Länge von 2.338 m, was 85 Minuten entspricht. Am 20. Januar 1933 wurde er unter der Prüfnummer B.32990 von der Zensur mit einem Verbot belegt, das am 26. Januar 1933, Prüfnummer O.06209, aufgehoben wurde. In einer Prüfung am 25. November 1939, Prüfnummer B.52781, wurde Morgenrot erneut überprüft und für „jugendfrei“ befunden. Am 12. Februar 1940, Prüfnummer B.53308, wurde dieses Ergebnis abermals bestätigt.
Nachdem die Uraufführung des Films am 31. Januar in Essen stattgefunden hatte, lief er am 2. Februar 1933 als Erstaufführung im Ufa-Palast am Zoo in Berlin, der Adolf Hitler und die engsten Mitglieder seines Kabinetts beiwohnten. Wie der Film seinerzeit in der nationalen Presse gewürdigt worden war, führte dazu, dass er nach 1945 eine Einordnung als präfaschistischer Kriegsfilm erfuhr.
Joseph Goebbels notierte ein markantes Zitat des Films im Februar 1933 in sein Tagebuch: „Zu leben verstehen wir Deutschen vielleicht nicht; aber sterben, das können wir fabelhaft.“ Laut literaturkritik.de habe die UFA mit diesem „zu Beginn der NS-Herrschaft uraufgeführten Spielfilm über Führerkult und Opferbereitschaft“ die neuen Machthaber umworben.
Karlheinz Wendtland war der Ansicht, dass der Film „einen nationalen, keinen nationalsozialistischen Charakter“ habe.
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