Wozzeck (1947)
Im Anatomiesaal einer Universität liegt der Körper des Füsiliers Wozzeck, den man gehängt hat. "Ein Mörder", konstatiert der Doktor. "Ein Mensch", sagt der Student Büchner, "den wir gemordet haben." Und er erzählt den Fall vom armen Wozzeck, der zu den Soldaten gezogen wurde und dort jede Demütigung erduldete um eines Zieles willen: Er spart jeden Groschen, um eines Tages ein bescheidenes Leben mit Marie führen zu können, die er liebt
- Erscheinungsdatum
- 1947-12-17
- TMDB
- 5.7 / 10 (3)
- Laufzeit
- 1 Std. 34 Min.
- Genres
- Drama
- Regie
- Georg C. Klaren
Besetzung
- Kurt Meisel — Wozzeck
- Helga Zülch — Maria
- Max Eckard — Büchner
- Paul Henckels — Arzt
- Willi Rose — Andres
- Gunnar Möller — 3. Student
- Alfred Balthoff — 1. Handwerksbursche
- Richard Häussler — Tambour-Major
- Arno Paulsen — Hauptmann
- Claire Reigbert — Margret
- Rotraut Richter — Käthe
- Valy Arnheim — Gerichtspräsident
Wissenswertes
- Basiert auf: Woyzeck
Wozzeck ist eine deutsche Literaturverfilmung der DEFA von Georg C. Klaren aus dem Jahr 1947. Sie beruht auf dem Dramenfragment Woyzeck von Georg Büchner.
Produktion
Bereits 1931 hatte Regisseur Georg C. Klaren eine Verfilmung von Büchners Dramenfragment geplant, konnte sie jedoch angesichts der politischen Lage nicht umsetzen. An der frühen Verfilmung der DEFA – es war der 7. Film der DEFA, der in die Kinos kam – wirkten zahlreiche Künstler aus Stummfilmzeiten mit, darunter Szenograf Hermann Warm, Kostümbildner Walter Schulze-Mittendorf und Paul Wegener als künstlerischer Berater.
Als Regisseur hatte Klaren Gustaf Gründgens vorgesehen. Dieser galt aber bei der DEFA wegen seiner Rolle im Nationalsozialismus als belastet, so dass man mit ihm nicht so kurz nach dem Ende der NS-Herrschaft wieder zusammen arbeiten wollte. Deshalb übernahm Klaren die Regie selbst.
Der Film entstand in den Filmstudios Babelsberg im Althoff-Atelier mit Außenaufnahmen von Berlin und Umgebung und war im Mai 1947 bereits zur Hälfte abgedreht. Die Dreharbeiten endeten im Sommer 1947. Bruno Monden und Hermann Warm schufen die Bauten, Kurt Hahne war Produktionsleiter.
Es war der letzte Film der Schauspielerin Rotraut Richter, die kurz nach Ende der Dreharbeiten und noch vor der Premiere infolge einer Operation im Alter von 32 Jahren starb. Wozzeck erlebte am 17. Dezember 1947 im Berliner Haus der Kultur der Sowjetunion seine Premiere. In der BRD lief der Film am 10. Oktober 1958 unter dem Titel Der Fall Wozzeck an.
Im Gegensatz zur literarischen Vorlage integrierte Klaren im Film eine Rahmenhandlung, „in der der junge Büchner selbst auftritt und verschiedenen Studenten die Geschichte erzählt, die seinem Drama zugrunde liegt“. Die Kritik nannte die Rahmenhandlung bzw. „die Imagination des Dichters“ den „‚Sonderfall‘ des Filmes Wozzeck“.
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