Bismarck

Bismarck (1940)

Obwohl er bei der Königin Augusta und dem Landtag unbeliebt ist, wird Otto von Bismarck von König Wilhelm I. auf Anraten seines Kriegsministers Albrecht von Roon ins Kabinett berufen. Es hagelt innenpolitische Angriffe im Landtag und von Seiten des Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Vor allem der preußische Abgeordnete und Mediziner Rudolf Virchow ist sein schärfster Gegner. Bismarck löst den Landtag auf und unternimmt die verfassungswidrige Heeresreform. Er verbündet sich mit Österreich gegen Dänemark. Es kommt zu einem kurzen Deutsch-Dänischen Krieg. Dann kommt es zum Krieg gegen Österreich. Nach der siegreichen Schlacht von Königgrätz kämpft Bismarck anfangs vergeblich gegen eine Weiterführung des Krieges. Der König, im Siegesrausch, ist besessen von dem Ziel, in Wien einzumarschieren. Mit Hilfe des Kronprinzen, der sich zum ersten Mal auf Bismarcks Seite schlägt, kann der Friedensplan doch noch durchgesetzt werden.

Erscheinungsdatum
1940-12-06
TMDB
5.9 / 10 (8)
Laufzeit
1 Std. 56 Min.
Genres
Drama
Regie
Wolfgang Liebeneiner

Besetzung

Wissenswertes

Bismarck ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Wolfgang Liebeneiner aus dem Jahr 1940. Diese Filmbiografie Otto von Bismarcks gehört mit Die Entlassung (1942) zu den nationalsozialistischen Propagandafilmen, die Bismarck als Vorbild und angeblichen Vorläufer Adolf Hitlers in Szene setzen.

Produktion und Propaganda

Die Idee zum Film kam von Tobis-Produktionschef Ewald von Demandowsky, der damit Wünschen von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels nachzukommen suchte.

Entstehung und Uraufführung des Films fallen in die Zeit des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes und der Besetzung Polens durch Deutschland und die Sowjetunion. Entsprechend weist Bismarck den König darauf hin, dass die Militärkonvention mit Russland Preußen den Rücken frei halte; auf den Einwand des Königs hin, dass aber doch die Presse auf der Seite Polens sei, entgegnet Bismarck: „Bis die Schreier sich zu Taten entschließen, sind wir gerü…

Ursprünglich sollte Bismarck diverse antisemitische Szenen enthalten, die den Kampf der Juden in England gegen Bismarck als Gründer des Deutschen Reichs zum Thema gehabt hätten. Hiermit hätte sich Bismarck in andere aggressiv-antisemitische Filme des Jahres 1940 (Die Rothschilds, Jud Süß, Der ewige Jude) eingereiht.

Der Film setzt Bismarck als Vorläufer Adolf Hitlers in Szene und als einen bedeutenden Mann, der gegen die Welt allein steht als Führergestalt mit seinem Willen und Genius, um seinem Land zur Größe zu verhelfen. Dieses Motiv taucht in Liebeneiners Die Entlassung (1942) wieder auf, dessen Held wiederum Bismarck ist; in anderen Filmen kam diese Rolle Friedrich dem Großen zu, so in Carl Froelichs Der Choral von Leuthen (1933), Hans Steinhoffs Der al…

Allerdings ist auch Moltke im Film ein selbstsicherer „bedeutender Mann“. Er siegt bei Königgrätz, als wäre es eine Schachpartie; im Film wird kein einziger kämpfender Soldat gezeigt.

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