Vergiftet oder arbeitslos? (1982)

Vergiftet oder arbeitslos? ist ein deutscher Fernsehfilm von Bernward Wember für das ZDF

Erscheinungsdatum
1982-07-21
Laufzeit
1 Std. 37 Min.
Genres
Drama
Regie
Bernward Wember

Besetzung

Wissenswertes

Vergiftet oder arbeitslos? ist ein deutscher Fernsehfilm von Bernward Wember für das ZDF 1982. Der Regisseur bewies am Beispiel des Konfliktes Ökologie-Ökonomie die Anwendung seiner Theorie zur nachhaltigen Information und Aufklärung komplexer Zusammenhänge mit inszenatorischen Mitteln. Wembers Film ist parteiisch und provoziert die im öffentlich-rechtlichen Fernsehen angestrebte Ausgewogenheit innerhalb einer einzelnen Sendung. Vielmehr hinterfragt der Medienwissenschaftler diesen Anspruch und weist auf die Verpflichtung der Programmanbieter zur Binnenpluralität insgesamt hin.

Hintergrund

Der Filmtitel spricht das Dilemma an: es geht um den Interessenskonflikt von chemischer Industrie und ökologischer Landwirtschaft. Revolutionär ist die Machart des Films: Bernward Wember, Professor an der Hochschule der Künste in Berlin bis 2000, brachte in die Umsetzung des Themas konsequent seine Theorie zur Informationsvermittlung im audio-visuellen Medium ein.

Maßgeblich dafür waren seine in den 1970er Jahren gewonnenen Erkenntnisse aus vorausgegangenen Analysen, u. a.: Objektiver Dokumentarfilm? (1972) und Wie informiert das Fernsehen? Ein Indizienbeweis (1975). Analog verzichtete Wember auf Bild-Text-Scheren oder kurzzeitig wirksame Effekte wie audio-visuelle Durchlauferhitzer.

Filmkritiker warfen dem Film Langatmigkeit und Emotionen reduzierende Didaktik vor. Gleichwohl enthielt Wembers Film ein hohes Maß an Qualität zur Aufklärung: im Falle einer TV-Ausstrahlung bzw. der anschließend weiteren Verwertung der ursprünglichen Filmfassung drohte die chemische Industrie, konkret BASF, Bayer AG, Hoechst AG, sowohl dem ZDF als auch dem Regisseur mit rechtlichen Schritten.

Schließlich wurde Vergiftet oder arbeitslos? als 60 Min. Kurzfassung am 21. Juli 1982, zudem an einigen Stellen von einer begleitenden Diskussionsrunde unterbrochen, im ZDF ausgestrahlt. Nach mehrjähriger Verhandlung, belegt mit Verpflichtungen zu Streichungen im Kommentar, einem besonderen Vorwort, wurde er als 97 Min. Langfassung von Atlas-Film + AV, Duisburg verliehen.

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