Der Zirkus (1928)
The Circus
Auf einem Rummelplatz wird Charlie wegen eines Taschendiebstahls, den ein anderer begangen hat, von der Polizei gejagt. Er flüchtet sich in ein Zirkuszelt, wo er mitten in die Vorstellung gerät und unfreiwillig Heiterkeit erzeugt. Er wird vom Zirkusdirektor als Clown angestellt, wegen Unfähigkeit sofort wieder entlassen, aber schließlich als ungeschickter Kulissenschieber doch noch eine Lachattraktion. Von der schönen Kunstreiterin, einer Stieftochter des Direktors erfährt er, wie sehr das Publikum ihn liebt und wie sehr er ausgebeutet wird. Er verliebt sich in sie und bemüht sich, sie vor den Rohheiten des Direktors zu schützen. Als sie sich ihrerseits in Rex, den König der Lüfte, verliebt, versucht er, den Rivalen auszustechen, indem er selbst auf das Hochseil geht...
- Erscheinungsdatum
- 1928-01-06
- TMDB
- 7.9 / 10 (926)
- Laufzeit
- 1 Std. 12 Min.
- Genres
- Komödie, Drama, Liebesfilm
- Regie
- Charlie Chaplin
Besetzung
- Charlie Chaplin — A Tramp
- Al Ernest Garcia — The Circus Proprietor and Ring Master
- Merna Kennedy — The Proprietor's Step-Daughter Merna, a Circus Rider
- Harry Crocker — Rex, a Tight Rope Walker
- George Davis — A Magician
- Henry Bergman — An Old Clown
- Tiny Sandford — The Head Property Man
- John Rand — An Assistant Property Man
- Steve Murphy — A Pickpocket
- Albert Austin — Clown (uncredited)
- Chester A. Bachman — Cop (uncredited)
- Eugene Barry — Cop (uncredited)
Wissenswertes
Der Zirkus ist eine Stummfilm-Komödie von Charlie Chaplin aus dem Jahr 1928.
Produktion
Die Weltpremiere fand am 6. Januar 1928 im Strand Theatre in New York statt. Am 27. Januar wurde der Film im Grauman’s Chinese Theatre in Hollywood im Rahmen einer spektakulären Zirkusvorstellung erstmals präsentiert. Der Zirkus war der letzte von Chaplin während der Stummfilmära gedrehte Film, da sich Ende der 1920er-Jahre der Tonfilm durchsetzte.
Für Chaplin waren die elfmonatigen Dreharbeiten zu Der Zirkus mit negativen Erinnerungen verbunden und er war auch am Ende mit seinem Film unzufrieden, was möglicherweise ein Grund dafür ist, dass er den Film in seiner 1964 erschienenen Autobiografie nur in einem Satz erwähnt. Erst in der seiner Nachbearbeitung des Filmes Ende der 1960er-Jahre näherte sich Chaplin seinem Werk an.
Der Durchbruch des Tonfilms mit Der Jazzsänger während der Dreharbeiten stellte Chaplin vor eine unsichere Zukunft, da er als Stummfilmkomiker schon von vielen als Relikt der Vergangenheit gesehen wurde – insbesondere da Chaplins Komik nicht zuletzt aus Pantomimenspiel bestand. Daher galt als unsicher, wie der Film an den Kinokassen während dieses Umbruchs zum Tonfilm aufgenommen werden würde.
Das größte Problem Chaplins war allerdings wahrscheinlich der Scheidungsskandal mit seiner Ehefrau Lita Grey, die er 1924 mit erst 16 Jahren geheiratet hatte. Im Verlaufe der Schlammschlacht kamen Details über Chaplins angeblich schmutziges Sexualleben an die Öffentlichkeit, auch wurden mehrere Affären publik.
Die Handlung weist einige Ähnlichkeiten zu der 1925 erschienenen Stummfilmkomödie Max, der Zirkuskönig des französischen Komikers Max Linder auf. Dies war Linders letzter Film, da er wenig später gemeinsam mit seiner Frau Suizid beging. Chaplin hatte den Verstorbenen stets als Vorbild gesehen und sich insbesondere in frühen Jahren stark beeinflussen lassen. Daher wird Der Zirkus gelegentlich auch als Hommage an Linder gesehen.
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