Bitterer Reis

Bitterer Reis (1949)

Riso amaro

Die junge Kellnerin Francesca und ihr Geliebter Walter haben eine vermeintlich wertvolle Kette gestohlen. Um unterzutauchen, mischt sich Francesca unter die Scharen von Saisonarbeiterinnen, die mit dem Zug zur alljährlichen Reisernte in die piemontesische Provinz Vercelli unterwegs sind. Dort angekommen, wird ihr die Kette von der Zimmergenossin Silvana entwendet. Nur Dank der Hilfe des Sergeants Marco gelingt es Francesca, den Schmuck zurückzubekommen. Von Marcos Gutmütigkeit beeindruckt, schwört sie dem nachgereisten Walter und seinen kriminellen Machenschaften ab, doch Dieser hat schon andere Pläne…

Erscheinungsdatum
1949-09-30
TMDB
7.5 / 10 (236)
Laufzeit
1 Std. 49 Min.
Genres
Drama, Krimi
Regie
Giuseppe De Santis

Besetzung

Wissenswertes

  • Gedreht in: Veneria und Selve
  • Auszeichnungen: 0 · Nominierungen: 1

Bitterer Reis ist ein italienischer in schwarzweiß gedrehter Spielfilm von Giuseppe De Santis aus dem Jahr 1949, der dem italienischen Neorealismus zugeordnet wird. Der Film schildert nicht nur die amourösen Verwicklungen zwischen zwei Paaren, sondern zeigt vor allem auch ein Beispiel für den Klassenkampf in einer Gesellschaft, die durch weit verbreitete Armut geprägt ist und sich noch lange nicht vom Zweiten Weltkrieg erholt hat.

Trivia

Die Arbeiterinnen im Reisfeld raffen ihre Kleider, um sie nicht mit Schlamm zu beschmutzen. Dadurch sind in etlichen Szenen weibliche Oberschenkel zu sehen, was 1949 noch als unerhört galt. Silvana Mangano wurde dadurch jedenfalls zu einem der ersten Sexsymbole der Nachkriegszeit.

Viele Beschreibungen des Films geben an, dass der Film während der Reisernte spiele. Tatsächlich findet die Handlung jedoch während der Pflanzung im Mai statt. Der im Lager vorhandene Reis stammt aus dem Vorjahr und ist zur Bezahlung der Frauen vorgesehen. Jede Arbeiterin soll davon ein Kilo pro Arbeitstag erhalten.

In den 1950er Jahren versuchte man in Italien mit ähnlich gelagerten Filmen wie Die Frau vom Fluß (1955) und Das Reismädchen (1956) an den Erfolg von Bitterer Reis anzuknüpfen. In die Fußstapfen von Silvana Mangano traten Sophia Loren und Elsa Martinelli.

1956 drehte der deutsche Regisseur Hans Heinz König den Film Heiße Ernte. In der Nähe von Tettnang während der Hopfenernte angesiedelt, lehnt sich das als Heimatfilm angelegte Leidenschaftsdrama deutlich an Bitterer Reis an. König-Schwägerin Edith Mill war in der Rolle der Landarbeiterin Auschra zu sehen. Produzent war Richard König.

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