Geld und Geist

Geld und Geist (1964)

Auf dem Liebiwyl-Hof leben der Bauer Christen seine Frau Änneli, die Söhne Resli und Christeli sowie die Tochter Annelisi einträchtig zusammen. Die Harmonie wird gestört, als sich Christen vom hinterlistigen Dorfschreiber zur Spekulation mit Mündelgeldern überreden lässt. In der Folge geht das ganze Geld verloren, und der geprellte Bauer muss der Gemeinde den Schaden aus der eigenen Tasche begleichen. Das erregt Ännelis Zorn, deren grosse Hilfsbereitschaft vom immer knauseriger werdenden Christen gebremst wird. Ein böses Wort gibt das andere, und bald stehen die Eheleute vor einem Scherbenhaufen. Auch die Kinder leiden unter der unfreundlichen Stimmung auf dem heimischen Hof. Erst ein Kirchgang zu Pfingsten und die entsprechende Predigt lassen eine Versöhnung möglich werden..

Erscheinungsdatum
1964-10-08
TMDB
8.5 / 10 (2)
Laufzeit
1 Std. 37 Min.
Genres
Drama
Regie
Franz Schnyder

Besetzung

Wissenswertes

Geld und Geist ist ein Heimatfilm aus dem Jahr 1964. Die Produktion aus der Reihe der Schweizer Gotthelf-Filme entstand unter der Regie von Franz Schnyder.

Produktionsnotizen

Geld und Geist war die einzige abendfüllende Spielfilmproduktion der Schweiz im Jahr 1964 und zugleich der letzte Film des klassisch-konventionellen Schweizer (Erzähl- und Unterhaltungs-)Kinos. Nahezu zeitgleich, ab Mitte der 1960er Jahre, wurde die Filmlandschaft der Eidgenossenschaft von frankophonen Schweizern wie Alain Tanner, Michel Soutter und Claude Goretta von Grund auf revolutioniert.

Gedreht wurde von Juli bis August 1964 an Drehorten in Emmental: Wikartswil, Sumiswald, Würzbrunnen und der Umgebung von Burgdorf. Die Innendrehs erfolgten in der sog. Chicorée-Halle in Alchenflüh bei Kirchberg (Kanton Bern). Die Uraufführung fand am 8. Oktober 1964 in zwei Berner Kinos statt.

Mit Geld und Geist endete nicht nur das klassische Schweizerkino althergebrachter Art, sondern zugleich die cineastische Tätigkeit einer Reihe von Filmveteranen: Für die Deutschen Mathias Wieman und Konstantin Irmen-Tschet bedeutete diese Produktion ebenso wie für den Schweizer Szenenbildner Max Röthlisberger, der die Filmbauten entwarf, der Abschied vom Kino.

Die Hauptdarsteller des Liebiwylbauern-Ehepaars Margrit Winter und Erwin Kohlund waren tatsächlich miteinander verheiratet. In Deutschland wurde Geld und Geist 1966 unter dem Titel Menschen der Berge vertrieben.

Geld und Geist war Schnyders sechste und zugleich letzte Gotthelf-Verfilmung. Für seine einzige Gotthelf-Verfilmung in Farbe konnte der Regisseur auf eine Million Schweizer Franken zurückgreifen, damals eine enorme Geldsumme. Vom Schweizerischen „Land- und Kleinstädteverband der Kinos“ erhielt er gut 500'000 Franken, weitere 200'000 Franken kamen vom Bundesamt für Kultur. Trotz schlechter Kritiken (s. u.) strömten die Schweizer in die Kinos.

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