Der Untertan (1951)
Diederich Heßling ist ein verweichlichtes, autoritätshöriges Kind, das sich vor allem fürchtet. Doch bald schon erkennt er, dass man der Macht dienen muss, wenn man selbst Macht ausüben will. Nach oben buckeln und nach unten treten, wird von nun an seine Lebensmaxime. So macht er seinen Weg als Student in Berlin und später als Geschäftsmann in seiner Papierfabrik in Netzig. Dem Regierungspräsidenten von Wulkow untertänig, weiß er sich dessen Beistand sicher. So denunziert er seinen Konkurrenten und schmiedet ein betrügerisches Komplott mit den korrumpierten Sozialdemokraten im Stadtrat. Auf seiner Hochzeitsreise mit der reichen Guste nach Italien bekommt er endlich Gelegenheit, seinem Kaiser einen Dienst zu erweisen. Und schließlich geht sein größter Wunsch in Erfüllung: die Einweihung eines Kaiser-Denkmals, bei der er die Festansprache hält – ordensgeschmückt. Bis ein Gewitter hereinbricht
- Erscheinungsdatum
- 1951-08-31
- TMDB
- 6.7 / 10 (25)
- Laufzeit
- 1 Std. 37 Min.
- Genres
- Drama, Historie, Komödie
- Regie
- Wolfgang Staudte
Besetzung
- Werner Peters — Diederich Heßling
- Paul Esser — Regierungspräsident von Wulckow
- Blandine Ebinger — Frau von Wulckow
- Renate Fischer — Guste Daimchen
- Carola Braunbock — Emmi Heßling
- Emmy Burg — Magda Heßling
- Sabine Thalbach — Agnes Göppel
- Friedel Nowack — Mrs. Göpel
- Friedrich Maurer — Göpel
- Erich Nadler — Father Heßling
- Gertrud Bergmann — Mother Heßling
- Ernst Legal — Zillich
Wissenswertes
- Basiert auf: Der Untertan
Der Untertan ist eine Verfilmung der DEFA des gleichnamigen Romans von Heinrich Mann aus dem Jahr 1951 von Wolfgang Staudte.
Entstehungsgeschichte
Heinrich Mann übertrug die Filmrechte für seinen 1918 erschienenen Roman der DEFA, starb aber, bevor der Film gedreht wurde. Als Regisseure waren ursprünglich Falk Harnack und sogar Erich von Stroheim im Gespräch gewesen. Als Wolfgang Staudte das Projekt übernahm, wollte er die Hauptrolle zuerst mit seinem Hauptdarsteller aus Die Mörder sind unter uns, Arno Paulsen, besetzen. Allerdings entschied man sich dann doch für den jüngeren Werner Peters.
Der Film war von Beginn an als Prestigeobjekt der DEFA, ja sogar der DDR-Kultur angelegt, so dass Staudte und sein Kameramann Robert Baberske trotz des erhobenen Vorwurfs des Formalismus ungestört arbeiten konnten. Der Film gilt heute als Prototyp einer zum einen werksgetreuen, zum anderen aber eigenständigen Literaturverfilmung.
Der Film entstand vom 1. März bis zum 22. Juni 1951 im Studio Babelsberg und auf dessen Außengelände. Die Bauten schufen Erich Zander und Karl Schneider, für die Produktionsleitung war Willi Teichmann zuständig. Die Uraufführung erfolgte am 31. August 1951 in Berlin im Kino Babylon sowie im Filmtheater der DEFA in der Kastanienallee.
Staudte sagte zur Botschaft seines Films: „Ich will die Bereitschaft gewisser Menschen um 1900 zeigen, die über zwei Weltkriege hinweg zum Zusammenbruch Deutschlands im Jahre 1945 führte. Es soll eine Weiterführung meiner Anklage gegen diese Kreise und eine Warnung vor diesen Menschen sein, wie ich es schon in dem Film ‚Die Mörder sind unter uns‘ ausdrücken wollte.“
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