Addio! Manhattan

Addio! Manhattan (1973)

Ciao! Manhattan

Der Film porträtiert die junge, offensichtlich heruntergekommene Susan Superstar, die in Kalifornien in einem leeren, mit einem Zelt überdachten Swimmingpool haust und über ihr Leben sinniert. Filmplakate und großformatige Starporträts an den Beckenwänden zeugen von ihrem früheren Leben als Star. In Rückblenden begleitet der Film die junge Frau durch ihr von Amphetaminen aufgeputschtes, ruhe- wie inhaltsloses Leben in Manhattan. Unterlegt von Tonbandinterviews wechseln sich farbige Spielszenen in Kalifornien, mit schwarzweißen Filmausschnitten ab, die Susans/Edies wildes Partyleben in der Factory von Andy Warhol zeigen; dabei plaudert sie in den farbig gedrehten Swimmingpool-Sequenzen, im Drogenrausch euphorisch delirierend, über Menschen, denen sie einst begegnete, wie beispielsweise Viva, Brigid Berlin oder Allen Ginsberg.

Erscheinungsdatum
1973-04-19
TMDB
5.5 / 10 (27)
Laufzeit
1 Std. 24 Min.
Genres
Dokumentarfilm, Drama
Regie
David Weisman, John Palmer

Besetzung

Wissenswertes

  • Gedreht in: New York City, New Jersey, Kalifornien und Fort Lee

Ciao! Manhattan ist ein halb-dokumentarischer Film, der vom Leben und Verfall der Susan Superstar alias Edie Sedgwick erzählt, einer New Yorker Stil-Ikone der 1960er Jahre aus der Entourage von Andy Warhol. Das fragmentarische Biopic geriet ob des Drogentods der Hauptdarstellerin (1971) kurz nach Abschluss der Dreharbeiten zu einem filmischen Epitaph.

Hintergrund

Edie Sedgwick war ein „Partygirl“ aus wohlhabenden Haus, ein sogenanntes „Girl of the Year“ – eine Vorläuferin der heutigen It-Girls – das in den 1960er Jahren die Titelseiten zahlreicher Glamour- und Filmzeitschriften zierte. Sedgwick war psychisch labil und drogenabhängig.

Im Frühjahr 1967 begannen die Regisseure John Palmer und David Weisman mit den Dreharbeiten zu Ciao! Manhattan. Zum Filmteam gehörten noch weitere Protagonisten aus dem Umfeld der Warhol-Factory, wie Genevieve Charbin, Bob Margouleff, Gino Piserchio und Chuck Wein sowie zahlreiche, teilweise unkreditierte Darsteller in Nebenrollen. Gedacht war eine Art Dokumentation der New Yorker Jugend-Gegenkultur.

„Der Film war als ein Experiment gedacht, das sich schließlich in eine Odyssee verwandelte.“ sagte David Weisman rückblickend über das Werk. Die Produktion sollte sich als ebenso langwierig wie chaotisch erweisen: Edie Sedgwick war eigentlich nicht als Hauptfigur vorgesehen, der Film sollte ursprünglich von Susan Bottomly (International Velvet), dem aktuellen „Girl of the Year 1967“ handeln.

Die Dreharbeiten gerieten zwischen 1968 und 1969 immer wieder ins Stocken, zum einen, da die Hauptdarsteller unvermittelt und scheinbar spurlos vom Set verschwanden: die drogenabhängige Sedgwick hielt sich in ständig wechselnden Entzugs- und Nervenheilanstalten auf und Paul America saß wegen Drogenbesitz ein, zum anderen gab es immer wieder Probleme mit dem Budget, weil die Sponsoren des Films, Bob Margouleffs Eltern, das Vertrauen in das Filmpro…

Es gelang Weisman schließlich, Edie im Herbst 1970 im Cottage Hospital in Santa Barbara aufzutreiben. Mit der Erlaubnis ihres behandelnden Arztes Dr. Mercer willigte sie – obwohl deutlich vom Drogenkonsum geschwächt – ein. „She looked fantastic“ erinnerte sich Weisman.

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