Transit (2018)
Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an.
- Erscheinungsdatum
- 2018-04-05
- TMDB
- 6.7 / 10 (278)
- Laufzeit
- 1 Std. 50 Min.
- Genres
- Drama, Liebesfilm
- Regie
- Christian Petzold
Besetzung
- Franz Rogowski — Georg
- Paula Beer — Marie
- Godehard Giese — Richard
- Lilien Batman — Driss
- Barbara Auer — Architect / Frau
- Matthias Brandt — Bartender / Narrator
- Sebastian Hülk — Paul
- Àlex Brendemühl — Mexican Consul
- Ronald Kukulies — Heinz
- Maryam Zaree — Melissa
- Emilie de Preissac — Chambermaid in Paris Hotel
- Antoine Oppenheim — Binnet
Wissenswertes
- Basiert auf: Transit
- Gedreht in: Marseille
Transit ist ein deutsch-französischer Spielfilm von Christian Petzold aus dem Jahr 2018. Das Drama mit Franz Rogowski und Paula Beer in den Hauptrollen orientiert sich an dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers. Regisseur Petzold, der auch das Drehbuch verfasst hat, verlegte die Geschichte um einen Deutschen, der während des Zweiten Weltkriegs vor den Nationalsozialisten nach Frankreich flieht, in die Gegenwart. Er widmete Transit dem Filmemacher Harun Farocki (1944–2014).
Entstehungsgeschichte
Mit Transit realisierte Christian Petzold seinen achten Kinofilm. Für das Drehbuch ließ er sich von Anna Seghers’ gleichnamigem, autobiografisch gefärbtem Roman aus dem Jahr 1944 inspirieren, übertrug die Geschichte aber ins Marseille der Gegenwart. „Ich hab’ keine Lust auf historische Filme mehr, keine richtige. Ich mag nicht die Zeit nachstellen. Ich finde, wenn man die Zeit, Vergangenheit erzählt, muss man sie vergegenwärtigen“, so Petzold.
Seinen Angaben zufolge ist Transit das Lieblingsbuch von ihm und dem befreundeten Filmemacher Harun Farocki gewesen. Beide hätten es einmal im Jahr gelesen: „[…] ich finde, dass dieser Roman von Anna Seghers eigentlich unsere Geschichte ist: dieses In-die-Welt-Geworfensein“, so Petzold. Gleichzeitig sah er in ihm eine Art „Gespenstergeschichte“: „Für die Exilanten wird die Zeit angehalten und dreht sich nicht mehr weiter.
Für die Hauptrollen von Georg und Marie wurden die deutschen Schauspieler Franz Rogowski und Paula Beer verpflichtet, mit denen Petzold das erste Mal zusammenarbeitete. Rogowski hatte er in dem Film Love Steaks (2013) entdeckt. Auf Beer stieß Petzold, als er dem französischen Kollegen François Ozon bei den deutschen Dialogen für den Historienfilm Frantz (2016) aushalf.
Die Dreharbeiten zu Transit fanden vom 9. Mai bis 8. Juli 2017 an Originalschauplätzen in Marseille statt. Auch die in Paris spielenden Szenen wurden in Marseille gedreht, weil es laut Petzold „nach den Terroranschlägen in Paris verboten war, solche Razziaszenen mit schwerbewaffneten Polizisten dort zu drehen“. Dabei wurde guerilla-style auf Straßenabsperrungen verzichtet.
Petzold begriff die Hafenstadt gleichzeitig als „Tür“ zur Welt, aber auch als ein „Gefängnis“ für die Flüchtenden in seinem Film. Er probte vor dem Dreh ausgiebig jede Szene bis zu zwei Stunden mit den Schauspielern, wodurch er schneller war und Einstellungen mitunter nur ein bis zwei Mal abdrehen musste. Für die Dreharbeiten verließ sich Petzold auf ein erprobtes Arbeitskollektiv, das er „Partisanengruppe“ zu nennen pflegt.
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