Mario (2018)
Verkrustete Strukturen, kommerzieller Druck auf die Vereine und homophobe Fans machen es schwulen Fußballern unmöglich, sich zu outen. Wie kompliziert der Drahtseilakt zwischen geheim gehaltener Sexualität, Erfolg auf dem Platz und einem Leben im Fokus der Öffentlichkeit ist, zeigt das Drama Mario. Der Film nimmt sich Zeit für seine Charaktere und nutzt sanfte, genau beobachtete Zwischentöne, um die aufgewühlte Gefühlswelt seiner Figuren zu offenbaren. Ehrlich und ohne falsche Scheu zeigt er den zermürbenden Kampf der Sportler um Akzeptanz und das private Glück.
- Erscheinungsdatum
- 2018-02-22
- TMDB
- 7.1 / 10 (159)
- Laufzeit
- 1 Std. 59 Min.
- Genres
- Drama, Liebesfilm
- Regie
- Marcel Gisler
Besetzung
- Max Hubacher — Mario Lüthi
- Aaron Altaras — Leon Saldo
- Jessy Moravec — Jenny Odermatt
- Jürg Plüss — Daniel Lüthi
- Doro Müggler — Evelyn Lüthi
- Andreas Matti — Peter Gherling
- Joris Gratwohl — Roger Maillard
- Scherwin Amini — Claudio Lafranconi
- Fabrizio Borsani — Luc Columbier
- Julian Koechlin — Eric Kalterer
- Beat Marti — Kurt Frei
- Matthias Neukirch — Christian Zischler
Wissenswertes
Mario ist ein Filmdrama von Marcel Gisler, das am 27. Januar 2018 bei den Solothurner Filmtagen seine Premiere feierte. Der Film kam am 22. Februar 2018 in die Schweizer und am 18. Oktober 2018 in die deutschen Kinos.
Produktion
Regie führte Marcel Gisler, der gemeinsam mit Thomas Hess auch das Drehbuch schrieb. Zu seiner Motivation, ein schwules Liebesdrama in der Fußballszene anzusiedeln, sagte Gisler in einem Fernsehinterview, es gebe in der Filmindustrie den Fachbegriff «Unique Selling Point»; dieser orientiere sich daran, was ein Filmprojekt einzigartig mache.
Gisler macht vor allem wirtschaftliche Faktoren dafür verantwortlich, dass sich Profifußballer nicht outen, und sagte vor der Premiere des Films in Solothurn: „Der Fussball ist ein Testosterongeschäft, da wird ein traditionelles Männlichkeitsbild vermarktet.“ So lange sich dieses Bild so gut verkaufe, sei ein schwuler Fussballer ein Tabu, das letztlich einem modernen Liebesverbot gleiche.
Sieben Jahre sollten vergehen, ehe 2017 die Dreharbeiten aufgenommen wurden. Zuvor hatten Probleme bei der Stoffentwicklung und der Finanzierung zu Verzögerungen geführt. Co-Autor Thomas Hess und Gisler hatten das Filmprojekt zunächst in der deutschen Fußball-Bundesliga ansiedeln wollen, waren auf der Suche nach einem Produzenten jedoch darauf verwiesen worden, dass bereits Projekte zum Thema in der Drehbuchentwicklung seien.
Für die Titelrolle konnte Gisler Darsteller Max Hubacher verpflichten, der den Regisseur mit „seiner Ausstrahlung“ überzeugte. Auf Aaron Altaras stieß Gisler über eine deutsche Casting-Agentur, nachdem das Drehbuch speziell nach einem deutschen Spieler verlangt hatte. Gisler benannte vor allem die Gegensätzlichkeit der beiden Schauspieler als Besetzungsentscheidung. Die Dreharbeiten fanden ab April 2017 in Bern, Solothurn und Hamburg statt.
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