Ich, ein Monster

Ich, ein Monster (1971)

I, Monster

Der gewöhnlich vollkommen den sachlichen Aspekten seiner Arbeit verhaftete Arzt und Wissenschaftler Dr. Marlowe (Christopher Lee) ist während des späten 19.Jahrhunderts ein Anhänger der Thesen Freuds und bemüht sich darum, die unterdrückten Regungen und Persönlichkeiten von Menschen freizulegen. Er entwickelt eine psychoaktive Droge, die ihm Zugang zu diesen verschütteten Schichten des Geistes gewährt, doch seine Versuchsobjekte legen beunruhigende Persönlichkeitsveränderungen an den Tag. Eine zugeknöpfte Dame wird zur lockeren Sexbesessenen, während ein knallharter Geschäftsmann sich in ein unsicheres Kind verwandelt. Als Marlowe die Droge schließlich an sich selbst testet, verwandelt er sich in sein eher gefühlsbetontes und rücksichtsloses Alter Ego Mr. Blake, der für seine Umwelt zur Bedrohung wird. Marlowes Kollege Utterson (Peter Cushing) ist zunächst alarmiert, beginnt dann jedoch die richtigen Schlüsse zu ziehen...

Erscheinungsdatum
1971-11-01
TMDB
5.5 / 10 (57)
Laufzeit
1 Std. 15 Min.
Genres
Horror, Science Fiction
Regie
Stephen Weeks

Besetzung

Wissenswertes

  • Basiert auf: Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde

I, Monster ist ein britischer Horrorfilm von Regisseur Stephen Weeks aus dem Jahr 1971 für die Produktionsfirma Amicus. Es handelt sich um eine Verfilmung des Romans Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde von Robert Louis Stevenson, mit Christopher Lee und Peter Cushing in den Hauptrollen.

Produktionshintergrund

Als Regisseur war ursprünglich Peter Duffell vorgesehen, der kurz zuvor für Amicus den erfolgreichen Horror-Episodenfilm Totentanz der Vampire (ebenfalls mit Christopher Lee und Peter Cushing in zwei Hauptrollen) inszeniert hatte. Duffell lehnte aber ab, da er fürchtete, sonst als Horror-Regisseur abgestempelt zu werden. Daraufhin übernahm der erst 22-jährige Stephen Weeks die Regie, der damals als eine Art Regie-Wunderkind galt.

I, Monster gilt als eine der originalgetreuesten Verfilmungen von Stevensons Kurzroman Dr. Jekyll und Mr. Hyde. So ist etwa die Szene, in der Enfield Utterson erzählt, dass er Blake dabei beobachtet hat, wie dieser ein kleines Mädchen zu Boden gestoßen hat und dann noch auf sie gestiegen ist, fast wörtlich aus der Vorlage übernommen.

Etwas modernisiert wurden zwei Aspekte: Die Handlung wird zu Beginn des 20. Jahrhunderts angesiedelt (wenngleich Kulissen und Kostüme nach wie vor ins Viktorianische Zeitalter verweisen), nicht wie bei Stevenson zur Entstehungszeit des Romans 1886 – das ermöglicht die Ergänzung, dass Blake hier nicht als praktischer Arzt, sondern als Psychoanalytiker nach den Methoden Freuds arbeiten kann, die Stevenson natürlich noch nicht kennen konnte.

Außerdem ist hier nie von einem „Serum“, sondern immer von „Drogen“ („Drugs“) die Rede, zudem trinkt Marlowe die Flüssigkeit nicht, sondern injiziert sie sich (und seinen Patienten) mittels Spritze in den Arm. Die Verwandlung in das Alter Ego Mr. Blake geschieht auch nicht schlagartig, sondern schleichend, sowohl vom Verhalten her als auch im Aussehen.

Warum die Namen der Hauptfigur von Dr. Henry Jekyll / Mr. Edward Hyde für diesen Film zu Dr. Charles Marlowe / Mr. Edward Blake geändert wurden, ist nicht restlos geklärt. An Urheberrechtsgründen, wie manchmal vermutet (so wie bei Friedrich Wilhelm Murnaus Erstverfilmung des Stoffes, Der Januskopf), kann es eher nicht gelegen haben, denn an sich war Stevensons Novelle bereits seit ein paar Jahren gemeinfrei (seit 1964, also 70 Jahre nach dem Tod…

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