Systemsprenger (2019)
Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen "Systemsprenger" nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien ...
- Erscheinungsdatum
- 2019-09-19
- TMDB
- 7.6 / 10 (413)
- Laufzeit
- 2 Std. 5 Min.
- Genres
- Drama
- Regie
- Nora Fingscheidt
Besetzung
- Helena Zengel — Benni
- Albrecht Schuch — Michael Heller
- Gabriela Maria Schmeide — Frau Bafané
- Lisa Hagmeister — Mutter
- Maryam Zaree — Elli Heller
- Melanie Straub — Dr. Schönemann
- Matthias Brenner — Erzieher Wolfgang
- Teddy Teclebrhan — Erzieher Robert
- Gisa Flake — Lehrerin
- Axel Werner — Bauer Bockelmann
- Imke Büchel — Frau Herzog
- Victoria Trauttmansdorff — Silvia
Wissenswertes
- Auszeichnungen: 8 · Nominierungen: 4. Darunter: Europäischer Filmpreis/Beste Filmmusik; Deutscher Filmpreis/Bester Spielfilm; Deutscher Filmpreis/Beste Regie; Deutscher Filmpreis/Bestes Drehbuch
Systemsprenger ist ein deutsches Filmdrama von Nora Fingscheidt aus dem Jahr 2019. Der Film stellt ein 9-jähriges Mädchen in den Mittelpunkt, das als titelgebender Systemsprenger einen Leidensweg zwischen wechselnden Pflegefamilien, Aufenthalten in der Psychiatrie und Heimen und erfolglosen Teilnahmen an Anti-Aggressions-Trainings durchläuft.
Produktion
Für Nora Fingscheidt ist Systemsprenger der erste abendfüllende Spielfilm als Regisseurin. Eigenen Angaben zufolge wurde sie auf das Thema bei den Dreharbeiten zur gemeinsam mit Simone Gaul inszenierten Dokumentation Das Haus neben den Gleisen (2014) aufmerksam. Der Film zeigt den Alltag in der Frauenpension Stuttgart, einem Heim für wohnungslose Frauen.
Das Drehbuch zum Film schrieb Fingscheidt nach langer Recherche über einen Zeitraum von fünf Jahren. In dieser Zeit lebte oder arbeitete sie in Wohngruppen, in einer Schule für Erziehungshilfe, einer Inobhutnahmestelle, einer Kinderpsychiatrie und führte Gespräche mit Mitarbeitern von Institutionen oder Ämtern sowie Kinder- und Jugendpsychologen.
Für die Hauptrolle wurde die Berliner Kinderdarstellerin Helena Zengel verpflichtet. Obwohl sich Fingscheidt etwa 150 Mädchen ansah, befand sich Zengel bereits in der ersten Auswahl von zehn Kandidatinnen. Die Filmemacherin kam immer wieder auf das Mädchen zurück. Laut Fingscheidt war sie das einzige Kind, das Aggression gemeinsam mit Not spielen konnte.
Die Dreharbeiten fanden in Koproduktion mit dem Kleinen Fernsehspiel vom ZDF in Hamburg (u. a. wurde die Abschlussszene am Hamburger Flughafen gedreht), der Lüneburger Heide und Berlin statt. Die Produktion von Weydemann Bros. GmbH, Kineo Filmproduktion und Oma Inge Film wurde in 67 Drehtagen vom 7. November 2017 bis 27. März 2018 abgedreht.
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