Swastika (1974)
Die Uraufführung 1973 bei den Filmfestspielen in Cannes wurde abgebrochen, der Schock über einen unbedarft wirkenden Hitler in Farbe war zu groß. Zusammengestellt nur aus Propagandamaterial und Eva Brauns privaten Filmen findet “Swastika” einen Weg, sein Material zum Sprechen zu bringen. Ohne Kommentar, ohne Belehrung, allerdings mit Musik und nachsynchronisierten Stimmen. Zwischen den Bildern entlarvt sich das System selbst, denn die Montage fügt zusammen, was scheinbar nicht zusammen gehört, verbindet den Schrecken der KZ-Bilder, die visuelle Dogmatik der offiziellen Propagandabilder und der Massenaufmärsche mit der idyllischen Banalität des privaten Kaffeekränzchens auf dem Obersalzberg.
- Erscheinungsdatum
- 1974-01-17
- TMDB
- 6.8 / 10 (14)
- Laufzeit
- 1 Std. 36 Min.
- Genres
- Dokumentarfilm, Historie, Kriegsfilm
- Regie
- Philippe Mora
Besetzung
- Adolf Hitler — Self (archive footage)
- Heinrich Himmler — Self (archive footage)
- Hermann Göring — Self (archive footage)
- Joseph Goebbels — Self (archive footage)
- Benito Mussolini — Self (archive footage)
- Eva Braun — Self (archive footage)
- Galeazzo Ciano — Self (archive footage)
- Jesse Owens — Self (archive footage)
- Albert Einstein — Self (archive footage)
- Joachim von Ribbentrop — Self (archive footage)
Wissenswertes
Swastika ist ein britischer Dokumentarfilm von Regisseur Philippe Mora aus dem Jahr 1973. Der Film sollte bei den Filmfestspielen von Cannes gezeigt werden, die Vorführung wurde nach Tumulten jedoch abgebrochen.
Entstehung und Veröffentlichung
Ursprünglich wollten der australische Filmemacher Philippe Mora und der deutsche Historiker Lutz Becker 1970 gemeinsam Albert Speers Autobiografie verfilmen. Bei den Archivrecherchen waren sie auf ein Foto gestoßen, das zeigt, wie Eva Braun mit einer 16-mm-Handkamera Hitler filmt.
Bei der Uraufführung im Rahmen des Filmfestivals in Cannes 1973 kam es zu Tumulten. Aus Protestbekundungen und Streitereien unter den Zuschauern sowie mit dem Regisseur entwickelten sich Handgreiflichkeiten, die den Abbruch der Vorstellung bedingten. Ein deutscher Verleih, der den Film ins Kino bringen wollte, zog sein Interesse zurück, und in Frankreich wurde eine Kopie aus dem Projektorraum geraubt und über jüdischen Gräbern verstreut.
Anlässlich des 200. Geburtstages der Humboldt-Universität reiste Regisseur Philippe Mora 2009 nach Berlin, um am 23. November seinen lange verfemten Film vorzustellen. Im darauffolgenden Jahr gelangte der Film erstmals in deutsche Kinos und war auf DVD erhältlich.
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