Attenberg (2010)
Die 23-jährige Marina lebt in einem gesichtslosen Industrieort an der Küste Griechenlands. Sie ist menschenscheu, ihre einzige Bezugsperson, abgesehen von ihrem krebskranken Vater, ist ihre ausgeflippte Freundin Bella. Alles, was Marina über zwischenmenschliche Beziehungen und Sexualität weiß, kennt sie nur aus den Tierdokumentationen von Sir David Attenborough. Bella versucht Marina ein wenig aufzuklären, doch hat nur wenig Erfolg. Auch die Gespräche mit ihrem Vater, der sich auf seinen selbstbestimmten "Ausstieg" aus dem Leben vorbereitet, zeigen keine Wirkung. Erst als ein Reisender in die Stadt kommt, erwacht Marina und beginnt, die letzten Mysterien der menschlichen Fauna zu untersuchen.
- Erscheinungsdatum
- 2010-12-09
- TMDB
- 6.1 / 10 (167)
- Laufzeit
- 1 Std. 37 Min.
- Genres
- Drama
- Regie
- Athina Rachel Tsangari
Besetzung
- Ariane Labed — Marina
- Ευαγγελία Ράντου — Bella
- Βαγγέλης Μουρίκης — Spyros
- Yorgos Lanthimos — Engineer
- Κώστας Μπερικόπουλος — Funeral Home Employee
- Μισέλ Δημόπουλος — Hospital Manager
- Alexandros Niagos — Bella's Boyfriend
- Βασιλεία Ροζάνα — Nurse
- Fidelis Attame — Forklift Driver
- Antonis Nousaharlis — Forklift Driver
- Spyros Tsakiris — Forklift Driver
- Giorgos Theoharis — Factory Guard
Wissenswertes
- Gedreht in: Griechenland
- Auszeichnungen: 0 · Nominierungen: 3
Attenberg ist ein Spielfilm und der zweite Langfilm der griechischen Regisseurin Athina Rachel Tsangari.
Hintergrund
Tsangari bezieht in ihren Film andere kreative Ausdrucksformen ein wie Architektur, Tanz bzw. Performance, Dokumentarfilm und Theater. Sie zitiert im Film die Griechischen Tragödie mit der thematischen Verknüpfung von Sex und Tod sowie mit den Tanzeinlagen (Interludien) und „albernen Gängen“ (silly walks) der Protagonistinnen in der menschenleeren Fabrikstadt als sogenannter Chor.
Schauplatz von Attenberg ist die Arbeiterstadt Aspra Spitia (dt. Weiße Häuser) in Böotien. Sie wurde von 1961 von Konstantinos Apostolos Doxiadis, einem Stadtplaner der Moderne in der Tradition von Le Corbusier, komplett am Reißbrett entworfen und stellt damit eine Idealstadt der Moderne dar. Sie wurde bis 1965 von der Firma Aluminium of Greece für ihre Arbeitnehmer erbaut, die bis heute in unmittelbarer Nähe ein Aluminiummine betreibt.
Der Filmtitel referiert auf den Tierfilmer David Attenborough, dessen Tierfilme als Filmzitate in Attenberg auftauchen. Für Tsangaris sind Attenboroughs Dokumentationen Meisterwerke des Kinos. Für Attenberg analysierte die Crew seine Filme, um daraus intensiv gespielte Szenen mit Imitationen der Bewegungen von Katzen, Albatrossen, Gorillas und Fischen zu entwickeln.
Attenberg als Film der Greek New Wave (oder Greek Weird Wave) wurde ohne öffentliche Förderungen in den Wohnungen und mit dem Equipment der Produzenten als Kollektiv produziert. Damit konnte er direkt nach den Vorstellungen der Regisseurin und inhaltlich frei von Förderrichtlinien oder Vorgaben entstehen – ähnlich wie Independent- oder Mumblecore-Filme in den USA und anderswo.
Tsangari schrieb das Drehbuch während der Athener Ausschreitungen im Dezember 2008 anlässlich der Tötung des Jugendlichen Alexandros Grigoropoulos durch zwei Polizisten, an denen sie und ihre Freundinnen sich beteiligten. Sie hatte zu dieser Zeit nicht die Absicht, einen Film über die Befindlichkeit Griechenlands zu drehen.
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