Spione

Spione (1928)

Der gelähmte Kriminelle Haghi, Chef eines Bankhauses und Kopf einer umfassenden Verbrecherorganisation, ist nicht zu fassen. Auf den großen Unbekannten wird Detektiv Nr. 326 angesetzt, der seinerseits die Agentin Sonja beauftragt, Nr. 326 zu beseitigen. Doch die beiden Agenten verlieben sich ineinander...

Erscheinungsdatum
1928-03-22
TMDB
7.3 / 10 (95)
Laufzeit
2 Std. 25 Min.
Genres
Thriller, Liebesfilm
Regie
Fritz Lang

Besetzung

Wissenswertes

Spione ist ein Stummfilm aus dem Genre des Agentenfilms von Fritz Lang nach einem Drehbuch von Thea von Harbou. Er hatte am 22. März 1928 in Berlin Premiere.

Hintergrund und Bedeutung

Nachdem Lang mit seiner ausufernden, perfektionistischen Produktionsweise beim monumentalen Metropolis die UFA in die finanzielle Agonie getrieben hatte, war man bei der Ufa ihm gegenüber sehr misstrauisch eingestellt. Viele fragten sich, ob er Deutschland verlassen und Erich Pommer, der mit ihm bis Metropolis als Produzent mehrere Filme hergestellt hatte, in die Vereinigten Staaten folgen würde.

Die Produktion dauerte fünfzehn Wochen bis März 1928, das Budget war verglichen mit Metropolis bescheiden. Die meisten Szenen ereignen sich in Innenräumen und geben Spione im Unterschied zu späteren Beispielen des Genres eine etwas hermetische Atmosphäre; die stärkste Ausnahme davon ist die Sequenz mit dem Zug im Tunnel und der anschließenden Verfolgungsjagd.

Spione war ein kommerzieller Erfolg, die weibliche Hauptdarstellerin Gerda Maurus, deren Schönheit allseits bewundert wurde, ging als neuer Stern auf. Lang hatte sie schon 1924 in Wien entdeckt, wo sie in der Bühnenkleinkunst tätig war und seine Avancen noch abgelehnt hatte. Zur Zeit der Dreharbeiten von Metropolis kam sie nach Berlin und Lang, mit Drehbuchautorin Thea von Harbou verheiratet, begann mit Maurus eine leidenschaftliche Affäre.

Eine zweite 'Entdeckung' war die junge niederländische Darstellerin Lien Deyers. 1927 wurde sie während eines Autogrammtages in Wien Fritz Lang vorgestellt, der daraufhin in Berlin mit ihr Probeaufnahmen machte. Nach ihrem Debüt in Spione machte sie schnell Karriere und spielte innerhalb von acht Jahren in insgesamt 32 Stumm- und Tonfilmen mit.

Im Film Spione lassen sich nur geringfügig Anleihen bei realen Ereignissen und Personen ausmachen. Eine davon ist, dass Scotland Yard 1926 mit der sowjetischen Handelsvertretung Arcos ein vermeintliches Spionagenest ausgehoben hat. Das Äußere Haghis erinnert entfernt an Lenin und Sonja arbeitet für ihn, weil ihre Familie von der Ochrana des Zaren umgebracht wurde.

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