Orly

Orly (2010)

Orly ist ein Kaleidoskop verschiedener kleiner Szenen und Geschichten, die sich auf dem gleichnamigen Pariser Flughafen abspielen. Juliette (Natacha Régnier) und Vincent (Bruno Todeschini) lernen sich beim Check-In kennen und kommen sich in der kurzen Zeit näher, die sie auf ihre Überseeflüge warten müssen. Eine Mutter ist mit ihrem Sohn unterwegs zu der Beerdigung ihres Ehemanns. Im Laufe ihrer Unterhaltung in der Wartehalle von Orly kommen schließlich überraschende Details ans Tageslicht. Die allein reisende Sabine entscheidet sich nach langem Hin- und Her endlich den verzweifelten Brief ihres Freundes zu lesen, den sie vor Kurzem verlassen hat.

Erscheinungsdatum
2010-06-01
TMDB
6.5 / 10 (13)
Laufzeit
1 Std. 24 Min.
Genres
Drama
Regie
Angela Schanelec

Besetzung

Wissenswertes

Orly ist ein Spielfilm der deutschen Regisseurin Angela Schanelec aus dem Jahr 2010. Das Drama wurde während der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin im Rahmen der Festivalsektion Forum gezeigt. Schanelec verfolgt in Orly vier unterschiedliche Paargeschichten auf dem Flughafen Paris-Orly.

Entstehungsgeschichte

Nach Plätze in Städten (1998) und Marseille (2004) spielt Angela Schanelecs Film Orly wieder in Frankreich. Die Idee zum Film kam Schanelec, als sie mit ihrem Kameramann Reinhold Vorschneider in Paris-Orly auf den Rückflug nach Berlin wartete. Beide hatten die französische Hauptstadt zum Start von Schanelecs Film Marseille besucht.

Die einzelnen Erzählstränge entwickelte Schanelec hintereinander weg, mit wenigen Berührungspunkten. Nach Schanelec sollten der Raum und die Gleichzeitigkeit des Geschehens als Verbindung ausreichen. Später bemerkte sie, dass dies die Atmosphäre des Flüchtigen verstärkte. Wegen der Kosten war es unklar, ob man den Film auch wirklich am Pariser Flughafen Orly realisieren könnte.

Die Tonspur des Films wird dominiert von der Akustik des Flughafens. Einzige Ausnahme bildet Musik der US-amerikanischen Songwriterin Cat Power, die die Regisseurin in eine Szene mit Maren Eggert und Jirka Zett einsetzte. Zett hatte bereits in Schanelecs vorangegangenen Spielfilm Nachmittag mitgewirkt.

Begünstigt wurde Schanelecs Arbeitsweise durch Verwendung von Teleobjektiven, die benutzt werden, um Objekte zu filmen, die weit von der Kamera entfernt positioniert sind. So blieb die Inszenierung der dramatischen Szenen inmitten der unbeteiligten Menschenmenge unbemerkt. Der Film verwendet lange Einstellungen, „wie auf einer Bühne“, so die frühere Theaterschauspielerin.

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