Je'vida

Je'vida (2023)

Iida und ihre Nichte haben sich noch nie gesehen, doch nun sind sie gemeinsam auf dem Weg zu einem leerstehenden Haus in Lappland, das sie geerbt haben. Bislang dachte Iida, sie habe ihr Heimatdorf vor Jahrzehnten für immer verlassen, und so wird die Fahrt in Finnlands nördlichste Provinz zu einer Reise rückwärts durch die Zeit: Als Iida sich nach langem Schweigen widerwillig erinnert, kommt eine grausame Geschichte von erzwungener Assimilation und Übergriffen ans Licht. Wir erleben aber auch Stärke in widrigen Situationen und Überlebensstrategien. Wir lernen die Kultur und den Namen kennen, den Iida als kleines Mädchen aufgeben musste. Der Name des Mädchens war Je'vida.

Erscheinungsdatum
2023-10-20
TMDB
6.1 / 10 (9)
Laufzeit
1 Std. 43 Min.
Genres
Drama
Regie
Katja Gauriloff

Besetzung

Wissenswertes

Jeʹvida ist ein in Finnland produzierter Film der skoltsamischen Regisseurin Katja Gauriloff. Weltpremiere war im Juni 2023 auf dem Tribeca Film Festival in New York. Außerdem lief der Film im September 2023 auf dem Toronto International Film Festival, bei dem in diesem Jahr insgesamt drei samische Filme präsentiert wurden. Am 20. Oktober 2023 hatte der Film Kinopremiere in Finnland.

Hintergrund und Handlung

Jeʹvida ist der erste Spielfilm auf Skoltsamisch, einer marginalisierten Minderheitensprache in Finnland, Norwegen und Russland. Die Sprache hat heute nur noch etwas mehr als 300 Sprecher. Die meisten von ihnen leben in der Gemeinde Aanar (finnisch Inari) in Finnland.

Der Film behandelt die Auswirkungen der Finnisierung auf die Sprache und Kultur der Skoltsamen. Die Protagonistin des Films trägt den skoltsamischen Vornamen Jeʹvida (der mit dem russischen Vornamen Jewida (Евида) etymologisch verwandt ist), lebt aber als Iida, die finnische Variante des Namens. Die Filmhandlung verfolgt das Leben der heranwachsenden Protagonistin, die ihre samische Herkunft Zeit ihres erwachsenen Lebens zu verbergen versucht.

Jeʹvida wird von den Skoltsamen Agafia Niemenmaa, Heidi Uʹlljan Gauriloff sowie der Finnin Sanna-Kaisa Palo gespielt, deren Rollen drei unterschiedliche Lebensphasen darstellen: das 10-jährige Mädchen im Jahr 1952, die junge Erwachsene in den 1960er Jahren und die Frau im Alter von 76 Jahren in der Gegenwart. Skoltsamische Schauspieler erscheinen auch in anderen Rollen, so Heini Wesslin, Erkki Gauriloff und Matleena Fofonoff.

Der Film wurde von Joonas Berghälls Produktionsfirma Oktober produziert und von Future Film in die finnischen Kinos gebracht.

Der Film fand Aufmerksamkeit in den überregionalen Medien Finnlands, u. a. auf Finnisch (Helsingin Sanomat und das finnischsprachige YLE), auf Schwedisch (Hufvudstadsbladet und das schwedischsprachige YLE) und auf Skoltsamisch (samischsprachiges YLE). Auch in ausländischen samischsprachigen Medien wurde über ihn berichtet, z. B. in der Zeitung Ávvir in Norwegen.

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