Andrej Rubljow (1966)
Андрей Рублёв
Russland im Jahr 1400: Als der Mönch und Maler Andrej Rubljow mit zwei Gefährten in einer armseligen Schenke vor einem Gewitter Zuflucht sucht, erlebt er betroffen, wie ein kleiner Gaukler festgenommen wird. Seine Lieder missfallen den Bütteln der Herrschenden. Gewalt und Leiden begleiten Rubljow auch auf seinem weiteren Weg. Zusammen mit dem berühmten Ikonenmaler Theophanes wird er nach Moskau gerufen. Theophanes hält alles Irdische für eitel und die Menschen für schlecht. Andrej glaubt an das Gute im Menschen und daran, dass sich mit Liebe mehr erreichen lässt als mit Grausamkeit.
- Erscheinungsdatum
- 1966-12-16
- TMDB
- 7.9 / 10 (993)
- Laufzeit
- 3 Std. 3 Min.
- Genres
- Drama, Historie
- Regie
- Andrei Tarkowski
Besetzung
- Анатолий Солоницын — Andrei Rublev
- Иван Лапиков — Kirill
- Mykola Hrynko — Daniil Chornyy
- Nikolai Sergejew — Theophanus the Greek
- Ирма Рауш — God's Fool
- Николай Бурляев — Boriska
- Юрий Назаров — Grand Duke / Minor Duke
- Юрий Никулин — Patrikey
- Ролан Быков — Buffoon
- Николай Граббе — Stepan, Centurion of the Grand Duke
- Михаил Кононов — Foma
- Степан Крылов — Senior Foundry Worker
Wissenswertes
- Budget: 900.000 RUB
- Gedreht in: Moskau und Russland
Andrej Rubljow ist ein sowjetischer Spielfilm von Andrei Tarkowski aus dem Jahr 1966. In Episoden erzählt und mit Ausnahme des Epilogs in Schwarzweiß gedreht, macht er ein Vierteljahrhundert spätmittelalterlicher russischer Zeit- und Persönlichkeitsgeschichte lebendig. Im Mittelpunkt steht mit Andrej Rubljow der im nationalen Verständnis bedeutendste russische Ikonenmaler. Ein bestimmtes Genre wollten die beiden Drehbuchautoren Tarkowski und Kontschalowski erklärtermaßen nicht bedienen. Thematisch kreist der Film um das spannungsvolle Wechselverhältnis zwischen Künstler und Gesellschaft.
Entstehung
In der Regel wandte sich Tarkowski bereits einem neuen Film zu, noch bevor der alte abgeschlossen war. So auch am Anfang seiner Karriere: Die Arbeit an seinem Debüt Iwans Kindheit war noch in vollem Gange, als er sich schon mit Andrej Rubljow zu beschäftigen begann. Allerdings kam der Anstoß dazu, wie er selbst erzählt, nicht von ihm.
Im Unterschied zu seinem Erstling wuchs sich Tarkowskis zweiter Film schnell zu einem Mammutprojekt aus. Bei Iwans Kindheit verbot sich das allein schon durch das enge Budget- und Zeitkorsett; bei Andrej Rubljow sahen die Drehbuchautoren zunächst einmal keinen Grund, sich Beschränkungen aufzuerlegen.
„Konzept und Ziel eines Films müssen für den Regisseur von allem Anfang an feststehen“, erklärt Tarkowski in seinem theoretischen Hauptwerk Die versiegelte Zeit, und meint, es sei das Wichtigste im Arbeitsprozess überhaupt, diese Intention nicht aus den Augen zu verlieren. Worauf es ihm bei Andrej Rubljow ankam, bekannte er schon früh und wiederholt sehr klar. Ein Historienfilm sollte es auf keinen Fall werden.
Tarkowskis Konzeption einer inneren Biografie war im Frühstadium der Genese seines Films auch formal deutlich sichtbar. Sie sah die Entstehungsgeschichte von Rubljows Fresko Das Jüngste Gericht als Rahmenhandlung vor, in die Szenen aus der Vergangenheit des Künstlers eingebaut werden sollten.
Das Engagement von Anatoli Solonizyn erwies sich als Glücksfall für Tarkowski, auch über Andrej Rubljow hinaus. Zunächst einmal kam der für das Kinopublikum noch Unbekannte, den sich der Regisseur für die Hauptrolle wünschte, von sich aus auf ihn zu.
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