Raju

Raju (2011)

Jan und Sarah sind in Indien, um ein Kind zu adoptieren. In einem Waisenhaus wird ihnen Raju vermittelt, den die beiden sofort ins Herz schließen. Zusammen mit dem Jungen machen sie sich auf in ihr Hotel. Doch als Jan am nächsten Tag einen Ausflug mit Raju unternimmt, ist dieser plötzlich verschwunden. Die indische Polizei ist machtlos – und Jan beginnt eine fieberhafte Suche, die immer mehr eine bittere Erkenntnis offenbart.

Erscheinungsdatum
2011-06-22
TMDB
6.3 / 10 (11)
Laufzeit
24 Min.
Genres
Drama, Familie
Regie
Max Zähle

Besetzung

Wissenswertes

  • Auszeichnungen: 0 · Nominierungen: 1

Raju ist ein deutsch-indischer Kurzfilm von Max Zähle aus dem Jahr 2010. Er thematisiert den – infolge gutgemeinter Adoptionen aus westlichen Ländern florierenden – illegalen Kinderhandel in Indien. Der Film wurde auf über 150 Festivals weltweit gezeigt und gewann über 40 internationale Preise. Bei den 38. Student Academy Awards („Studentenoscar“) 2011 wurde Raju in der Kategorie Ausländischer Film mit der Bronzemedaille ausgezeichnet. 2012 wurde Raju für den Academy Award (Oscar) in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert.

Hintergrund

Raju ist der Abschlussfilm dreier Studenten der Hamburg Media School, Max Zähle, Sin Huh und Stefan Gieren. Die Idee zum Filmthema kam Regisseur Zähle nach dem schweren Erdbeben in Haiti 2010, in dessen Folge zahlreiche zum Teil unseriöse Auslandsadoptionen vermittelt wurden. In einem Interview nannte er als expliziten Auslöser das Vorgehen einer christlichen amerikanischen Organisation, das seinerzeit durch die Medien ging.

Die ersten Kontakte nach Indien vermittelten Professorin Insa Sjurts und Hubertus Meyer-Burckhardt im Rahmen einer seit 2010 bestehenden Kooperation der Hamburg Media School mit der Filmhochschule Roopkala Kendro in Kalkutta. Die Entstehung des Films begleitete Professor Richard Reitinger, Studiengangsleiter Film der Hamburg Media School. Bei den Sachrecherchen wurde das Team unterstützt von der Kinderhilfsorganisation terre des hommes.

Gut zwei Monate lang war das zehn deutsche Mitglieder umfassende Team dann vor Ort in Kalkutta, unterstützt von einer rund 50 Personen zählenden indischen Crew. Es tauchten diverse Schwierigkeiten auf, wie Monsunregenzeit, kulturelle Unterschiede, Probleme mit lokalen Behörden und dem Equipment, die gewisse Improvisation erforderten. Zu den zehn reinen Drehtagen wurden die beiden Hauptdarsteller erst am Vortag eingeflogen.

Gedreht wurde der Super-16-Film mit einer Arriflex-Kamera per CinemaScope-Verfahren im Formatverhältnis 1:2,35. Der 2K-Scan wurde ausbelichtet auf 35 mm.

Der Arbeitstitel des Films lautete Kolkata, als endgültiger Titel war zunächst City of Joy (wie der gleichnamige Film von Roland Joffé aus dem Jahr 1992) in Überlegung.

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