Plan 75

Plan 75 (2022)

PLAN 75

In einem Japan der nahen Zukunft ermutigt das Regierungsprogramm Plan 75 ältere Menschen zur freiwilligen Euthanasie, um eine überalterte Gesellschaft zu verhindern. Eine ältere Frau, deren Lebensgrundlage schwindet, ein pragmatischer Plan-75-Verkäufer und ein junger philippinischer Arbeiter stehen vor der Entscheidung über Leben und Tod.

Erscheinungsdatum
2022-06-17
TMDB
6.6 / 10 (132)
Laufzeit
1 Std. 53 Min.
Genres
Drama, Science Fiction
Regie
早川千絵

Besetzung

Wissenswertes

  • Auszeichnungen: 1 · Nominierungen: 2. Darunter: Caméra d’Or

Plan 75 ist ein japanisches Filmdrama von Chie Hayakawa aus dem Jahr 2022. Der Film mit Chieko Baishō in der Hauptrolle spielt in einer dystopischen, aber nahen Zukunft und verhandelt Themen wie die Überalterung der Gesellschaft, Altersarmut, Einsamkeit und Sterbehilfe bzw. Euthanasie. Er wurde im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt und gewann mehrere internationale Auszeichnungen. Der deutsche Kinostart war am 12. Oktober 2023.

Hintergrund

Japan gilt als das weltweit am schnellsten alternde Land. Während die Geburtenrate seit Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend rückläufig ist, steigt die Zahl der älteren Menschen kontinuierlich an. 2023 lag die Lebenserwartung für Männer bei 81, für Frauen bei 87 Jahren. Bereits 20 Millionen der 124 Millionen Japaner waren mehr als 75 Jahre, ein Zehntel über 80 Jahre alt.

Das Altern und der Tod haben in der Kultur Japans einen besonderen Stellenwert. Traditionell stehen ältere Menschen in Japan an der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie. 1966 wurde ihnen mit dem „Tag der Ehrung der Alten“ (敬老の日 keirō no hi), der jährlich am dritten Montag im September begangen wird, sogar ein eigener Feiertag zuerkannt. Demgegenüber steht die Legende Ubasute (姥捨て), wonach bis ins 19.

Regisseurin und Drehbuchautorin Chie Hayakawa beklagte 2023 in einem Interview mit dem Guardian, das japanische Konzept der Selbstverantwortung sei zur „Obsession“ geworden. Jeder müsse sich um sich selbst kümmern, anstatt auf die Hilfe der Regierung zu hoffen, und der Gesellschaft zur Last zu fallen.

Während ihrer Recherchen zu der Figur der Michi Kakutani führte Hayakawa Gespräche mit 15 älteren Frauen, von denen laut eigener Angabe eine Mehrheit den „Plan 75“ befürworten würde. Das läge einerseits daran, dass sie sich selbst als Last für die Gesellschaft und die eigenen Familien empfinden würden, und andererseits an der Angst vor dem Kodokushi.

Auf Wikipedia weiterlesen · Text aus Wikipedia, CC BY-SA 4.0. Daten aus Wikidata.

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